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Bergsteiger genießen Sonnenaufgänge und -untergänge in blendend lichten Höhen, sie haben Erlebnisse, die anderen versagt bleiben. Was zählt, ist der Augenblick. Das Leben ist viel mehr als essen, kämpfen, eine mächtige Position erreichen.

Zitat: Willi Bauer (Bergsteiger K2)

  Allalinhorn 4.027 m, Schweiz / Walliser Alpen - Tour am 28.07.2007

Das Allalinhorn, 4027m

Allgemeines:

Das Allalinhorn ist ein Berg in den Walliser Alpen und erhebt sich rund 9 Kilometer südwestlich von Saas-Almagell. Vier Grate treffen sich am Gipfel: Von Osten zieht der Hohlaubgrat herauf, nach Norden verläuft ein Grat, der erst einige Hundert Meter unterhalb des Gipfels hervortritt, über Mittel-Allalin zum Hinter-Allalin. Nach Osten leitet ein Grat hinab ins Feejoch, nach Süden schließlich geht es hinunter zum Allalin-Pass. Den Raum dazwischen nehmen ausgedehnte Gletscher ein. Das Allalinhorn zählt zu den leichtesten und meist bestiegenen Viertausendern der Alpen, nicht zuletzt, da die Mètro Alpin bis auf etwa 570 Höhenmeter an den Gipfel heranführt und dieser von der Bergstation der Bahn in etwa zwei Stunden erreichbar ist. Der Gipfel erhebt sich im Mischabelkamm zwischen Saastal im Osten und Mattertal im Westen und gehört zu der nach ihm benannten Allalingruppe, der mit dem Alphubel, Strahl- und Rimpfschhorn drei weitere, allesamt höhere Viertausender angehören.

Erstbesteigung:

Im Jahr 1828 überschritt Heinrich Michaelis in Begleitung eines Führers den Allalinpass und erschloss damit die Route zum Südwestgrat. Erst 28 Jahre später gelang die Erstbesteigung des Allalinhorns über diesen Grat. Am 28. August 1856 führten der Pfarrer Johann Josef Imseng und sein Knecht Franz Josef Andenmatten, beide aus Saas Grund, den Engländer Edward Levi Ames auf den Gipfel. Der Nordwestgrat, der heutige Normalweg, wurde erstmals am 1. August 1860 begangen, wieder war Franz Josef Andenmatten mit von der Partie, ausser ihm Sir Leslie Stephen, F. W. Short, Frederick William Jacomb, C. Fisher, Moritz Anthamatten, Peter Taugwalder und Johann Kronig.

Die erste Überschreitung des Gipfels gelang am 27. Juli 1882 dem Berner Gymnasiallehrer und Historiker Heinrich Dübi mit den Führern Alphons und Peter Supersaxo. Sie gelangten dabei über den schwierigen Nordostgrat auf den Gipfel, der Abstieg erfolgte über den Hohlaubgrat. Beide Grate wurden im Zuge dieses bemerkenswerten Unternehmens erstbegangen. Im Aufstieg wurde der Hohlaubgrat erst fünf Jahre später bewältigt, am 12. Juli 1887, durch die Engländer Harold Ward Topham, C. H. Redall mit dem Führer Aloys Supersaxo. Ein Jahr zuvor hatten Aloys Supersaxo und der Brite C. A. C. Bowlker als erste dieSüdwand durchstiegen, die Kletterschwierigkeiten des vierten Schwierigkeitsgrad der UIAA-Skala aufweist.

Die erste Winterbesteigung gelang dem Schweizer R. Bracken im Jahr 1907 im Alleingang. Am 17. April desselben Jahres vollbrachten die Zürcher A. Hurter und Max Stahel mit Othmar und Oskar Supersaxo die erste Skibesteigung.

Seilbahnen: 

Es gibt einige Seilbahnen welche sich auch zu Besteigung des Allalinhorns eignen:

  • Seilbahn Saas Fee - Plattjen (2.570 m)
  • Seilbahn Saas Fee - Felskinn (2.991 m)
  • Standseilbahn Metro-Alpin Felskinn - Mittel-Allalin (3.454 m).

Diese Seilbahnen von Saas Fee bringen Sie in bereits stattliche Höhen, so dass Sie diesen prächtigen 4000er recht einfach und in ca. 2,5 Std. Aufstieg erklimmen können. Die Aussicht auf das Viertausendermeer der mächtigen Walliser Alpen ist berauschend. Wir nutzen diese Bahnen an dieser Tour um uns zu akklimatisieren.

Höhenunterschiede:    

  • Saas Fee - Allalinhorn: 2.255 m
  • Britannia-Hütte - Allalinhorn: 997 m
  • Mittel-Allalin - Allalinhorn: 573 m

  Die Routen:

Westflanke (Normalweg)

Der kürzeste Anstieg auf das Allalinhorn beginnt bei der Station Mittelallalin der Mètro Alpin (3.454 m). Bei Nutzung der Bahn ist die Besteigung dabei als Tagestour möglich. Von der Station quert man zunächst das Pistengebiet nach Westen. Der Anstieg führt dann weiter auf der fast immer deutlichen Spur unter den Sèracs der Allalinhorn-Nordwand hindurch, einige Spalten und Schründe umgehend zum Feejoch. Vom Joch geht es weiter in östlicher Richtung über den mäßig steilen Firnhang auf den etwas südlich des Gipfels gelegenen Gratrücken. Von dort gelangt man in wenigen Minuten zum Gipfelgrat und zum aus einigen Felsen bestehenden Gipfel mit Kreuz. Diese Route nimmt ungefähr zwei Stunden in Anspruch, der Schwierigkeitsgrad ist (L).

Eine Zugangsmöglichkeit zu dieser Route besteht von Längfluh (2.870 m). Diese Alternative bietet bei Nächtigung im Berghaus Längfluh die Möglichkeit, dem größten Andrang während der Betriebszeiten der Bergbahnen zeitlich auszuweichen.

Ausgangspunkt einer Besteigung über den Hohlaubgrat ist die Britanniahütte. Dieser Grat trennt den Allalin- und Hohlaubgletscher. Der Grat ist im oberen Teil recht scharf geschnitten und besteht dort überwiegend aus Firn, mit Ausnahme einer etwa 20 Meter hohen Felsstufe knapp unterhalb des Gipfels, der Schlüsselstelle der Route.

Eigener Film (Bildershow & Clip) - Bergtour Allalinhorn

Hohlaubgrat (Ostgrat)

Ausgangspunkt einer Besteigung über den Hohlaubgrat ist die Britanniahütte. Dieser Grat trennt den Allalin- und Hohlaubgletscher. Der Grat ist im oberen Teil recht scharf geschnitten und besteht dort überwiegend aus Firn, mit Ausnahme einer etwa 20 Meter hohen Felsstufe knapp unterhalb des Gipfels, der Schlüsselstelle der Route. Von der Britanniahütte führt zunächst ein deutlicher Pfad in südwestlicher Richtung zum Hohlaubgletscher hinab. Auf diesem hält man sich zunächst rechts, am nördlichen Rand des Gletschers, um die Spaltenzone des Gletschers zu umgehen. Später biegt man in südlicher Richtung ab, in Richtung der ersten deutlichen Einsattelung des Hohlaubgrats. Auf etwa 3.100 m wird der Grat betreten. Weiter gelangt man entweder über Blockwerk direkt auf dem Grat, oder in der rechten, nördlichen Gletscherflanke zu einem Gratgipfel (3.597 m). Nach kurzem, aber markantem Abstieg führt der Anstiegsweg nun über einen langen, steilen Hang zur Ostschulter (3.837 m), von dieser über drei kürzere Steilaufschwünge an den Gipfelaufbau heran. Die folgende, teilweise brüchige Felsstufe, ist aber mit Bohrhaken versehen und weist Kletterschwierigkeiten des II Grads auf. Über zwei Seillängen gelangt man zum Gipfelfirn und über diesen in wenigen Minuten zum Gipfel.

Insgesamt sind für diesen Weg 4 Stunden zu veranschlagen, die Schwierigkeit wird mit WS+ bewertet. Eine weitere Zugangsmöglichkeit zum oberen Teil des Grats besteht von der Mittelstation der Metro Alpin auf 3300 Meter, der Station Hohlaub, die nur bei der ersten morgendlichen Bergfahrt bedient wird. Durch eine Röhre gelangt man dort auf den Hohlaubgletscher und über diesen zum Hohlaubgrat.

Südwestgrat vom Allalinpass

Dieser Weg der Erstbesteiger wird heute weit seltener als die Westflanke oder der Hohlaubgrat begangen. Der Allalinpass ist in etwa drei Stunden sowohl von der Britannia- als auch von der Täschhütte erreichbar. Anfänglich führt der Weg über Firn, später auf Felsen zur Schulter (3.752 m), eine Felsnadel wird links umgangen. Weiter geht es über den Firngrat zum felsigen Gipfelaufschwung. Das folgende schwierige Gratstück wird über Bänder in der Südostflanke umgangen, anschließend kehrt man zum Grat zurück. Ein weiterer Felsaufschwung kann direkt erstiegen oder über Firn in der Südostseite umgangen werden. Anschließend gelangt man zum Gipfelfirn und über diesen zum Gipfel. Vom Allalinpass benötigt man 1½ Stunden, stellenweise sind Kletterschwierigkeiten des II. Grads zu bewältigen, die Gesamtschwierigkeit wird mit WS+ bewertet.

Unsere Route: Saas Fee (1.772 m) - Mètro Alpin (3.454 m) - Allalinhorn (4.027 m)

Wir wählen die oben beschriebene Westflanke.

Übernachten werden wir nach der Tour in der Britannia-Hütte auf 3.030 m. Hier ist eine Vorbuchung der Lager wirklich erforderlich, da diese Hütte sehr belaufen ist. Weitere Infos über die Bitannia-Hütte in meiner Strahlhorn Beschreibung.

Der Talort Saas Fee (1.772 m, Wallis) an der Feevispa, liegt rund 200 Meter oberhalb des Saaser Tales (Saaser Vispa). Leicht erreichbar per Auto oder Bus. Autofreie Gemeinde. (Parken nur im Parkhaus gegen Gebühr)

Anmerkung: meine Gehzeiten mit Pause / Angaben sind immer ca.- Werte

Gehzeiten mit Pausen:   Mètro Alpin (3.454 m) - Gipfel Allalinhorn (4.027 m) 2,5 Stunden
Gehzeiten mit Pausen:   Gipfel Allalinhorn (4.027 m) - Mètro Alpin (3.454 m) 2,25 Stunden
Höhenmeter:  Mètro Alpin (3.454 m) - Allalinhorn Gipfel (4.027 m) 573 HM
Schwierigkeit:  mittelschwere Bergtour / Schwierigkeitsgrad (L) Kondition: mittel
Ausrüstung: 1, 5 bei Hüttenübernachtung 2
Karte:   Landeskarte der Schweiz 1:25.000, Blatt 1329, Randa
Beste Jahreszeit:   Juli bis Ende September

Mein kleiner Tourenbericht

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Nachdem Oli und ich in Saas-Fee im Freien mit Schlafsack übernachtet (Vorsicht! Camping ist im Ort verboten) haben sind wir gleich mit der ersten Seilbahn mit einer Vielzahl von Skifahrern aufgefahren. Alle wollten die frühe Stunde nutzen. Von der Station Mittelallalin, welche uns auf stattliche 3.456 m Höhe beförderte, ging es zuerst flach Richtung Sommerskigebiet. Ich zog nun zu ersten Mal im meinem Leben Steigeisen auf und machte meine ersten Gehversuche in einer Seilschaft. Die flache Etappe eignete sich für mich hervorragend dafür um sich einzugewöhnen. Weiter ging es unter den beiden Skiliften hindurch, wo wohl die Gefahr am höchsten ist, einen Unfall zu erleiden. Vorsicht ist auch vor den Skifahrern geboten, welche sich mit rasanten Tempo an einem vorbei bewegen. Wenig erbauend; ich vermisse hier die Einsamkeit der Berge.

Ab jetzt steiler werdend, an der Westseite des Allalinhorns hoch zum Feejoch, 3.826 m. Ich versuche mit dem Seil klar zu kommen und nicht über meine eigenen Füße zu stolpern. Aber Übung macht den Meister. Schwaldi geht vor mir und ich schaue mir einfach seine Gangart und den Umgang mit dem Eispickel ab. Herrliche Aussicht von hier Richtung Süden! Wir haben wirklich Glück mit dem Wetter.

Vom Feejoch dann nach links ab auf den Westrücken des Allalinhorns, zuerst steiler ansteigend und in einigen weiten Kehren knapp unterhalb des felsigen Gipfelaufbaus. Kurz über den Felsen hoch auf den Gipfel. Der Gipfel ist total überlaufen....wir machen schnell unsere Fotos, Oli gratuliert mir zu meinem 1ten 4000er, welchen ich aber persönlich nicht so recht als einen "Echten" werten möchte. Die Auffahrt mit der Seilbahn hat doch viel erleichtert. Aber geschafft ist geschafft. Leider ist mir meine Speicherkarte mit den Gipfelfotos auch noch kaputt gegangen...na ja...am nächsten Tag versuchen wir das Strahhorn mit 4.190 m. Ob ich diesen 4000er auch so leicht auf meinem Konto verbuchen kann? Wir werden sehen. Jetzt steigen wir erst ein paar Meter unterhalb des Gipfels ab um die Aussicht zu genießen und nicht noch im Gedränge vom Gipfel geschupst zu werden.

Info Mètro Alpin:

Die Mètro Alpin ist sowohl für Insider als auch für Newcomer ein Begriff. Die Mètro Alpin ist die höchstgelegene Standseilbahn der Welt.

Nach jahrelangen Überlegungen, wie man die einmalige Gletscherwelt oberhalb 3000 m ü.M. für den Schneesport erschließen könnte, entstanden diverse, versponnene Ideen. Aus Gründen der Sicherheit, Schnelligkeit und Umweltfreundlichkeit entschied man sich für die Mètro Alpin.

Als Weltpremiere wurde diese Hochgebirgs-U-Bahn durch einen Schrägstollen auf der Höhenlage von 3.000 bis 3.500 m ü.M. angelegt. Mit einer modernen Tunnelbohrmaschine wurde der Durchstich nach 18 Monaten Bauzeit erreicht. Dieses einzigartige Bauwerk hatte einen stolzen Preis von ca. 35,5 Mio. Franken.

Weitere Fotos in meiner Galerie Allalinhorn zu sehen. 

der Aufstieg

Das Gipfelkreuz ist in greifbarer Nähe, aber trotzdem weiter schön vorsichtig, wir sind immerhin, über 4000 m

         auf dem Gipfel ......warten
Blick vom Gipel

 

Bild links:

Die Mischabelgruppe von links nach rechts

Täschhorn, 4.490 m

Dom, 4.545 m 

und die Lenzspitze, 4.294 m

                        

 

 

 

Bild links: 

Rimpfischhorn

4.199 m

 

 

 

 

Olli beim Abstieg

Nach einer kurzen Pause im Gipfelgedränge ziehen wir über den Firngrat zurück und hinüber auf die andere Seite des Gipfels. Von hier bietet sich ein grandioser Tiefblick auf den Allalingletscher.
Wir verlassen den Gipfelbereich des Allalinhorns und steigen hinab zurück in das Feejoch. Dabei folgen wir der Aufstiegsspur. Es ist wärmer geworden und der Schnee ist bereits deutlich weicher als am Vormittag. Zügig steigen wir ab und queren dabei ein paar größere, jedoch verschneite Gletscherspalten.

Nach ein paar Stunden sind wir bereits zurück an der Bergstation der Métro-Alpin. Nach einer Stärkung geht es weiter rüber zur Britanniahütte.

Eine prima Eingehtour, die einem aber bereits deutlich zeigt, dass in diesen Höhen alles ein wenig langsamer geht und man eben nicht wie auf zweitausend Metern mal eben einhundert Meter sprinten kann. Vom Gipfel hat man eine herrliche Aussicht. Ein toller, erster 4000er.

Abstieg:

Abstieg entlang der Aufstiegsroute.

Fazit:

Zum Eingewöhnen und zur Akklimatisierung ist das Allalinhorn ein idealer Berg. Mit der Métro Alpin ist man von Saas Fee aus schnell auf fast 3.500 m. Dort merkt man sofort, dass hier oben alles etwas langsamer angegangen werden muss. Vom Gipfel hat man, knapp 2,5 Stunden später, einen herrlichen Rundblick auf die umliegenden 4000er.

Weitere Fotos in meiner Galerie Allalinhorn zu sehen.

meine weiteren Touren in den Walliser Alpen


   

 

 

 

 

 

 

 

 

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