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Wo bin ich: Startseite - Bergtouren - Drei Türme

Es schien mir sinnlos, von den Wundern der Ferne immer nur zu träumen, ich wollte sie erleben.

Zitat: Herbert Tichy (österreichischer Reiseschriftsteller, Geologe, Journalist und Bergsteiger)

  Drei Türme 2.830 m - Vorarlberg in Österreich / Rätikon - Tour am 06.10.2009

 Drei Türme - 2.830m

Allgemeines:

Die gewaltigen Kalkriesen trennen das österreichische Bundesland Vorarlberg vom Schweizer Kanton Graubünden. Vom Menschen hat diese Region ihren Namen bekommen, Rätikon, von der Natur die wilde Schönheit. Eine Landschaft zum Wandern, zum Bergsteigen, Klettern, Tourengehen, eine Landschaft zum Träumen.

 

Die Drei Türme, auch genannt Dri Türm und Drei Drusentürme, sind drei Gipfel in der Drusenfluhgruppe. Sie liegen im Rätikon, einem Gebirge der westlichen Zentralalpen und bilden eine von Nordwesten nach Südosten verlaufende Bergkette. Der Hauptgipfel der "Drei Türme" liegt nordwestlich, 200 Meter südöstlich folgt der Mittlere Turm und davon weitere 300 Meter entfernt, getrennt durch ein schmales Firnfeld, der Kleine Turm. Der Hauptgipfel der Türme ist die fünftgrößte Erhebung im Rätikon.

 

Mittlerer und Großer Turm gehören zum Vorarlberger Gebiet. Ihren höchsten Punkt erreichen sie mit dem 2.830 Meter hohen Großen Turm. Nach Süden hin bilden die "Drei Türme" senkrechte bis 600 Meter hohe Wände.

 

Im Nordwesten erstreckt sich der Gletscher Eistobel bis in eine Höhe von 2.637 Metern, kurz unterhalb des Hauptgrates der Drusenfluhgruppe. Im Südosten liegt der im Sommer oft schneefreie Sporentobel.

 

Benachbarter aber ist im Nordwesten, im Verlauf des Hauptgrates, getrennt durch das Eisjöchle auf 2.638 m Höhe, die Drusenfluh 2.827 m.

 

Im Südwesten beginnt im Gratverlauf, getrennt durch den Wegübergang das Drusentor (2.342 m), die Sulzfluhgruppe mit der 2.817 Meter hohen Sulzfluh.

 

Erwähnungswerte Gipfel im Nordosten und Südwesten gibt es nicht.

Einige dieser Südanstiege gehören daher zu den bedeutesten alpinistischen Kletterouten des Rätikons.

 

Höhe der Drei Türme:

  • Großer Turm: 2.830 m
  • Mittlerer Turm: 2.782 m
  • Kleiner Turm: 2.754 m

 Erstbesteigung:

 

Über eine Erstbesteigung im 19. Jahrhundert liegen in der Literatur keine gesicherten Angaben vor.

 Diverse Anstiege:

Lindauer Hütte

Der Anstieg von der Lindauer Hütte im Gauertal erfolgt über den Porzalengawald, westlich an den Bankköpfen vorbei und durch den Rachen auf die nackte Karsthochfläche des Sulzfluhplateaus.

Gauertalhaus

Im unteren Gauertal steht das Gauertalhaus zur Verfügung.

 

Carschinahütte

Für Klettertouren durch die Südwände der Drusenfluh und der Sulzfluh ist die auf 2.221 Metern Höhe gelegene Carschinahütte  unterhalb der SW-Wand der Sulzfluh, nördlich oberhalb von St. Antönien in Graubünden, der geeignete Stützpunkt. 

 

Normalweg

Der Normalweg auf den Großen Turm führt über den Drusentorweg aus zunächst nordöstlicher, dann südöstlicher Richtung kommend über den Sporentobel zum Gipfel. Von der Lindauer Hütte aus beträgt die Gehzeit, laut Literatur, bis 3 1/2 Stunden. Die Klettertouren durch die Südwände der Drei Türme wurden seit den 1950er Jahren eröffnet.

 

 

 Schwierigkeit

Mittelschwierige, lange Bergtour auf größtenteils unmarkierten Wegen, im Winter sehr lawinengefährdet. 

 

 Meine Route: Latschau (985 m) - Lindauer Hütte (1.744 m) -  Großer Drusenturm (2.830 m)

Anmerkung: meine Gehzeiten ohne Pause / Angaben sind immer ca.- Werte

 Gehzeiten / Höhenmeter:   Latschau (985 m) - Lindauer Hütte (1.744 m) 1,45 Std. / 759 HM
 Gehzeiten / Höhenmeter:   Lindauer Hütte (1.744 m)  - Großer Drusenturm (2.830 m) 3,30 Std. / 1.086 HM
 Gehzeiten / Höhenmeter:    Großer Drusenturm (2.830 m) - Lindauer Hütte (1.744 m) 2,15 Std. / 1.086 HM
 Gehzeiten / Höhenmeter:   Lindauer Hütte (1.744 m) - Latschau (985 m)    1,15 Std. / 759 HM
 Schwierigkeit:  mittelschwere Bergwanderung, teilw. Schwierigkeitsgrad (I) Kondition: mittel
 Ausrüstung:  Grundausrüstung 1 + Hütte 2, Helm an der Wand empfehlenswert
 Karte:  Freytag & Bernd WK 371 - 1:50 000 oder KOMPASS Wanderkarte Nr:032 "Alpenpark Montafon" M 1:35.000
 Beste Jahreszeit:  Juni bis Oktober, bei Schneelage sehr lawinengefährdet

Eigener Film (Bildershow & Clip) - Bergtour Drei Türme

Mein kleiner Tourenbericht

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Etappe 1: Lindauer Hütte (1.744 m) - Mittlerer Turm: 2.782 m - Großer Turm: 2.830 m

Ziel sind heute die Drei Türme (2.830 m) mit Übernachtung in der Lindauer Hütte (1.744 m).

Die Saison 2009 geht nun zu Ende und das Wetter passt zum Glück. Noch kein Schnee. Die Prognosen sind gut. Aber nun hat keiner meiner Bergfreunde für eine Tour Zeit, so dass ich mich allein aufmachen muss, dem Rätikon meinen jährlichen Besuch abzustatten. Hauptziel sind diesmal ist die Drei Türme (2.830 m), Drusenfluh (2.827 m) und die Geißspitze (2.334 m). Diese Touren werde ich von der Lindauer Hütte (1.744m) als Ausgangspunkt in Angriff nehmen.

Anfahrt: von Deutschland über Lindau und Bregenz Richtung Schruns in Montafon fahren, weiter nach Tschagguns. Im Ort rechts abbiegen nach Latschau die Serpentinen nach oben und am Stausee (nicht an der Golmerbahn, sondern auf einen kleinen, kostenlosen Parkplatz vorher) direkt am Einstieg zur Lindauer Hütte abparken.

 

Ausgangspunkt:

Kleiner, gebührenfreier Parkplatz in Latschau (1.000 m).

 

 

Hüttenaufstieg:

Der Aufstiegsweg ist hervorragend ausgeschildert. Vom Anfang an weisen die Schilder den Weg zur Lindauer Hütte. Es gibt mehrere Möglichkeiten zur Hütte zu gelangen. Von Latschau folge ich der Ausschilderung Gauertal und Lindauer Hütte. Die meisten Wanderer und Tagesgäste nutzen einen breiten, einfachen Fahrweg (102A), welchen ich aber oft mit kleineren Wegen durch den Wald kombiniere. Die Ausschilderungen sind immer zu sehr gut finden. Zur Not immer in die Richtung der Drei Türme halten, da die Lindauer Hütte an deren Fuß steht.

 

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09:15 Uhr: Seit meiner letzten Tour zur Tschaggunser Mittagsspitze 2.168 m und zur Sulzfluh 2.817 m ist zwar ein Jahr vergangen, aber diesen kleinen Parkplatz konnte ich schnell und ohne Mühe wieder finden. Abparken, schnell umziehen, Proviant verstauen, einen letzten Blick auf den Stausee werfen und los geht es Richtung Lindauer Hütte. Meine Reservierung ist angekommen, so dass ich heute Nacht auch ein bequemes Bett oder Lager vorfinden werde.
Der Einstieg ist schnell gefunden und es geht anfangs auf einen ansteigenden, breiten Fahrweg entlang an den letzten Häusern von Latschau (985 m) der Lindauer Hütte entgegen. Linker Hand verläuft ein kleiner Fluss. Selten stört ein Auto meinen Aufstieg. An einer Brücke welche über den Flusslauf führt, kurz hinter Latschau, zeigt der Wegweiser zwei Richtungen zur Lindauer Hütte an. Ich wende mich nach links über die Brücke, weg vom Fahrweg.

Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Drei Türme" zu sehen.

09:30 Uhr: Immer im Blickwinkel; südwestlich gelegen, sind früh schon die "Drei Türme" (2.830 m) zu bewundern. Schon nach 15 Minuten Fußweg ist man aus Latschau raus und findet eine schöne Landschaft vor.

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10:10 Uhr: Auf dem gut ausgeschilderten Weg zur Lindauer Hütte begleitet mich links die Sulzfluh 2.817 m. Langsam schlängelt sich der Weg aufwärts. Die Lindauer Hütte eignet sich daher wunderbar auch für Familien mit Kindern. Der Wetterbericht hat nicht zu viel versprochen. Das Blau am Himmel kommt durch. Nicht zu warm und nicht zu kalt.

Link zu Montafonrunde

10:55 Uhr: Die Lindauer Hütte ist in Sichtweite. In 5 Minuten werde ich sie erreicht haben. Beschaulich steht sie am Fuß der Drei Türme. Zur Lindauer Hütte führen ein rot- und ein gelbgekennzeichneter Weg. Beide sind mühelos zu begehen. In knapp 1 3/4 Stunden (mit Fotopausen) habe ich mein Zwischenziel erreicht. Nach eine Begrüßung und einen Kaffee geht es weiter zum heutigen Hauptziel.

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Information - Lindauer Hütte

Die  Lindauer Hütte ist eine Schutzhütte der Sektion Lindau des Deutschen Alpenvereins (DAV). Sie liegt im Gauertal am Fuß der Drei Türme auf 1.744 Metern im Rätikon im Montafon in Vorarlberg.

Übergänge zu anderen Hütten

Etappe 2 - Die Drei Türme

11:25 Uhr starte ich von der Lindauer Hütte (1.744 m). Ab hier folge ich dem Wegweiser Richtung Drusentor / Drei Türme. Anfangs geht es einen gut begehbaren Pfad zwischen Latschen langsam aufwärts. Ich befinde mich nun auf einem Pfad, der zwischen Sulzfluh und Drusenfluh und weiter durch das so genannte Drusentor in die Schweiz hinüberführt. Schnell ist die Baumgrenze erreicht. Es geht weiter über einen Lehmweg, rechts und links an großen Grasflächen vorbei.

12:30 Uhr: Ich biege auf ca. 2.150 Metern nach rechts ab (der Weg zum Drusentor macht an dieser Stelle eine Biegung nach links und führt von den Drei Türmen weg). Achtung, die Abzweigung ist nicht ausgeschildert. Jetzt gibt es nur noch Farbpunkte, die einem den Weg zeigen. An einem Steinblock wird aber auf den Weg mit einem Roten Pfeil hingewiesen. Ich habe zur besseren Orientierung einen ca. 50cm hohen Steinmandl auf diesen Block errichtet. Möge er vielen Wanderern zukünftig den Weg weisen.

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11:55 Uhr: Die Baumgrenze ist schnell erreicht. Zwischen Grau und Grün geht es hier Richtung Drusentor - ein Übergang zur Schweiz.

 

13:00 Uhr: Schotterpfade führen mich immer näher den Drusentürmen entgegen. Hier muss man auf die wenigen roten Markierungspunkte achten. Der Sporenturm ist da ein guter Orientierungspunkt.

13:00 Uhr: Ich orientiere mich nun am Sporaturm, einem kleineren Felsturm, der den Drei Türmen vorgelagert ist. Langsam an Höhe gewinnend, steure ich auf diesen Turm zu, um dann an seiner linken Seite vorbei zusteigen. Hierzu muss ich einen etwas steilen Schutthang bewältigen (loses Gestein, Steinschlaggefahr!), hier sind auch wieder einige Markierungen zu erkennen.

14:05 Uhr: Nun erreiche ich ein Kar, welches an der linken Seite des Mittleren Turms steil nach oben führt. Am Ende des Kars nimmt die Steigung zu. An der rechten Seite des Kars befindet sich auch ein Drahtseil. Ich habe auch einige große Öffnungen seitlich der Trittspur gesehen. Bei Schneelage können diese zu gefährlichen Fallen werden. Durch einen Steinwurf konnte ich eine nicht geringe Tiefe feststellen. Also Vorsicht und nicht neugierig an diesen Stellen zu dicht ran treten.

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14:30 Uhr: Ich habe das Kar über den Steilhang verlassen, wende mich nun nach rechts und erreichen in 20 Minuten den Sattel zwischen dem Großen und dem Mittleren Drusenturm. Den Mittleren Turm schmückt ein Gipfelkreuz (Bild), welches ich in kurzer Zeit erreiche.

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14:40 Uhr: Oben auf dem Mittleren Drusenturm angekommen mache ich eine kleine Pause. Ich habe einen tollen Tiefblick  (gute 1.000 Meter!) runter auf die Lindauer Hütte. Nun möchte ich weiter auf den Großen Drusenturm. Schnell steige ich zurück auf den Sattel und wende mich nach rechts und erreiche in wenigen Minuten den höchsten Punkt, den leider kein Kreuz ziert. Immerhin ist ein Gipfelbuch vorhanden.

Link Homepage Schruns 

15:00 Uhr: Hier vom Großen Drusenturm sieht man bei guten Verhältnissen weit bis in die Silvretta und sogar bis zur Berninagruppe. Im Westen die Schesaplana 2965 m (der höchste Gipfel im Rätikon), die Zimba 2.643 m, das Montafon, Lechtaler Alpen, Verwallgruppe, Samnaungruppe. Rechts liegt mein Ziel für morgen: die 2.827 m hohe Drusenfluh.

 

Voralberg - Homepage

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15:10 Uhr: Jetzt mache ich es mir auf dem Gipfel gemütlich und genieße die Aussicht. Auf dem unteren Bild kann man gut rüber auf die Sulzfluh 2.817 m und auf den Mittleren Drusenturm mit seinem Gipfelkreuz schauen. Leider werde ich nicht so lange bleiben können, da von Süden einige dunkle Wolken und so eine Art Regenschleier ran ziehen. Es sieht wirklich stark nach Regen aus. Bei den Felspassagen kann dies zu Schwierigkeiten führen. Jetzt beeile ich mich nun doch mit dem Abstieg, welcher wie der Aufstieg ist und werde in der Lindauer Hütte übernachten. Morgen geht es dann, wenn alles passt, hinauf zur Drusenfluh. Um 17.40 Uhr erreiche ich bei leichten Nieselregen die Lindauer Hütte.

 Mittlerer Turm und hinten die Sulzfluh

Etappe 3 - Der Abstieg:

Abstieg wie der Aufstieg. Vorsicht aber bei den Geröllfeldern. Bei Nebel ist die Orientierung schwierig.

 Fazit: 

Bergerfahrung und Trittsicherheit sind erforderlich. Mittelschwierige, lange Bergtour auf größtenteils unmarkierten Wegen, im Winter sehr lawinengefährdet. Achtung bei Nässe beim Abstieg vom Mittleren -und/oder Grossen Drusenturm, da einige plattige Stellen zu queren sind. Absolut empfehlenswerte Tour allein der Landschaft wegen. Die Wegfindung ist etwas Schwierig, für das geübte Auge aber kein Problem.

Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Drei Türme" zu sehen. 

 meine weiteren Touren im Rätikon


    

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           Link Homepage Schruns            

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