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Wo bin ich: Startseite - Klettertouren - Großer Waxenstein

Bergsteiger sind auch Liebhaber. Sie sehen das, was sonst keiner sieht, die Schönheit einer Linie, einer Geste, die Schönheit einer Route. Sie verfallen dem Objekt ihrer Begierde, sie kommen nicht zur Ruhe, bis sie dieses Objekt mit Händen greifen können. (Aus: Mein Vater Hermann Buhl)

Zitat: Kriemhild Buhl (deutsche Schriftstellerin und Diplom-Bibliothekarin)

Großer Waxenstein 2.277 m, Deutschland / Wettersteingebirge - Tour am 14.06.2009

Waxenstein von Hammersbach aus gesehen

Allgemeines

Der Waxenstein ist eine Gebirgsgruppe im nordwestlichen Wettersteingebirge. Diese erhebt sich unmittelbar südlich des Urlauberortes Grainau, nahe Garmisch-Partenkirchen. Der "Große Waxenstein" ist mit 2.277 m der höchste Gipfel des Waxensteinkamms. Nordwestlich des Waxensteins liegt der Eibsee auf ca. 970 Metern Höhe, der größte Bergsee in der Region. Am Fuße steil abfallender Hänge erstreckt sich in südlicher Richtung das bekannte Höllental. Unmittelbar am Ende dieses etwa fünf Kilometer langen Tales ragt die Zugspitze mit 2.962 Metern, Deutschlands höchster Berg, empor. Dieser Berg bildet die Grenze zu Tirol, Österreich.

Gipfel der Waxensteingruppe:

  • Großer Waxenstein 2.277 m
  • Kleiner Waxenstein 2.136 m
  • Zwölferkopf 2.232 m
  • Mittagsscharte 2.045 m
  • Manndl 1.889 m

Für ungeübte Touristen besteht keine Zugangsmöglichkeit zum Großen Waxenstein etwa durch Seilbahnen, Wanderwege oder Ähnlichen.

 Erstbesteigung

Die erste Besteigung fand 1871 durch Hermann. v. Barth und M. Ostler statt.

 Anstieg

Eine Auf- bzw. Abstiegsmöglichkeit führt u.a. durch das Höllental mit seiner Höllentalangerhütte als Startpunkt.

 Schwierigkeit

 

Auf den Großen Waxenstein führt klein Klettersteig! Hier ist Klettern bis in den 2. Schwierigkeitsgrad gefordert. Einen Aufstieg solle man ab der Höllentalangerhütte unbedingt nur bei stabiler, guter Wetterlage machen. Bei Nässe, Gewitter oder sogar Schnee kann es hier gefährlich werden.

 Meine Route: Hammersbach (758 m)  - Höllentalangerhütte (1.387 m) -  Großer Waxenstein (2.277 m)

Mein geplanter Aufstieg zum Gipfel des Großen Waxensteins soll durch das Höllental führen, welcher wohl landschaftlich der lohnendste und abwechslungsreichste Weg darstellt. Durch die Höllentalklamm, welche für sich schon ein Erlebnis ist, bis zur Höllentalangerhütte ist es ein harmloser Wanderweg. Diesen Weg habe ich am Vortag mit Freunden genommen um anschließend die Alpspitze mit 2.638 m zu besteigen. Nach diesem erfolgreichen Gipfelsturm mittels Klettersteig über das Mathaisenkar ging es für mich dann ab dem Osterfelderkopf durch das Höllentor über den Rinderweg zurück zur Übernachtung auf die Höllentalangerhütte. Zur Vollständigkeit beginne ich hier trotzdem noch einmal mit dem Aufstieg vom Vortag von Hammersbach (758 m) zur Höllentalangerhütte (1.387 m).

Anmerkung: Gehzeiten mit Pause / Angaben sind immer ca.- Werte

 Gehzeiten / Höhenmeter:   Hammersbach (758 m) - Höllentalangerhütte (1.387 m) 2,00 Std. / 629 HM
 Gehzeiten / Höhenmeter:   Höllentalangerhütte (1.387 m) - Großer Waxenstein (2.277 m) 3,25 Std. / 890 HM
 Gehzeiten / Höhenmeter:   Großer Waxenstein (2.277 m) - Schafsteig - Höllentalangerhütte (1.387 m) 4,50 Std. / 890 HM
 Gehzeiten / Höhenmeter:   Höllentalangerhütte (1.387 m) - Hammersbach (758 m) 2,00 Std. / 629 HM
 Schwierigkeit: Klettern im Schwierigkeitsgrad (II) Kondition: mittel
 Ausrüstung:  Grundausrüstung (1) - bei Übernachtung Hütte (2) - Helm
 Karte:  Alpenvereinskarte 4/2, Wetterstein- und Mieminger Gebirge (Mitte)
 Beste Jahreszeit:  Juli bis Oktober (jedoch nicht nach herbstlichen Schneefällen)

 Mein kleiner Tourenbericht

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Oli, Elfi, Schwaldi und ich planten schon lange die Alpspitze mit 2.638 m zu begehen. Sie war immer Begleiter unserer Touren zur Zugspitze, bei der Beschreitung des Jubiläumsgrats und auch des Stopselziehers, einem Klettersteig, der hinauf zur Zugspitze führt. Für unser Vorhaben hat Oli einen Tag angesetzt. Ich selbst beabsichtige zwei bis drei Tage hier im Wettersteingebirge zu verbringen. Nach der Alpspitze am ersten Tag soll es nach einer Übernachtung in der Höllentalangerhütte dann weiter hinauf zum Großen Waxenstein gehen.

Anfahrt: A 95 München – Garmisch, weiter Richtung „Fernpass / Reutte“ bis Grainau. Hier links ab, der Beschilderung „Hammersbach / Höllentalklamm“ folgend, bis zu einem großen Wanderparkplatz.

Ausgangspunkt: Großer, gebührenpflichtiger Wanderparkplatz bei Hammersbach (758 m) – Grainau bei (Garmisch-Partenkirchen)

Film zur Tour

Etappe 1 - Der Hüttenanstieg (Vortag): Hammersbach (758 m) - Höllentalangerhütte (1.387 m)

Hüttenaufstieg: Nachdem wir im Hammersbach (758 m) neben dem Parkplatz auf einer kleinen Wiese im Schlafsack übernachtet haben, gönnten wir uns erst einmal in kleines, leichtes Frühstück. Es hat in der Nacht geregnet, so dass jetzt am Morgen dichte Nebelschwaden den Himmel füllen. Auf dem Parkplatz haben wir auch unsere Autos gegen Gebühr abgestellt (ausreichend Kleingeld mitnehmen!). Pünktlich um 06:00 Uhr ging es nun in Richtung Höllentalangerhütte. Dort werde ich für mich ein Lager reservieren. Nun gehen wir in Hammersbach vom Parkplatz rechts die Hauptstraße entlang bis zur Bushaltestelle. Dort befindet sich der ausgeschilderte Einstieg, wo es sogleich in einen Wald steil nach oben geht. Der einfache Wanderweg durch den Wald ist auch für Familien mit Kindern interessant. Die Wege sind als so eine Art Märchenwald angelegt, mit kurzweiligen Spielen und Sehenswürdigkeiten für die Kleinen. So kommt auch für sie keine Langeweile auf.

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Start um 05:55 Uhr: Hammersbach (758 m) mit morgendlichen, grandiosen Blick auf die Waxensteingruppe

 

07:30 Uhr: Durch die Höllentalklamm, welche diesmal durch den vielen Schnee für mich ein ganz neues Bild bekam

15 Minuten vor der Höllentaleingangshütte auf 1.045 m kann man sich über den weiteren Weg entscheiden. Bleibt man auf den Hauptweg, geht es entweder durch die Klamm (kostenpflichtig / Öffnungszeiten und Winterschließung beachten!), oder aber rechts über den Stangensteig (ca. 30 Minuten länger und nicht unbedingt für Familien geeignet) hinauf zur Höllentalangerhütte (1.387 m). Der Stangensteig war diesmal wegen einiger gefährlicher Schneefelder gesperrt (Warnschilder). So nutzen wir natürlich die sehr nasse Höllentalklamm, welche uns in diesem Jahr durch den vielen Schnee ein besonderes Schauspiel lieferte. Alle beide Wege sind gut ausgeschildert. Um 06:50 Uhr kommen wir am Eingang der Klamm an. Das Eintrittsentgeld ist um diese Uhrzeit noch nicht fällig. (Achtung: Auch beim Rückweg wird diese Gebühr fällig. AV-Mitglieder zahlen aber nur 1 Euro - Stand 2009)

Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Höllental - Großer Waxenstein - Schafsteig" zu sehen. 

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06:50 Uhr: Elfi mit ihrem Bruder vorn, hinten rechts Oli - daneben dann auch ich. Schwaldi ist am Foto. Rechts neben uns ist der Hammersbach von einem Schneefeld bedeckt und die Schlucht ist ebenso verstopft - wir hören nur das höllische Toben des Wassers darunter. Der Schnee strahlt eine nasse Kälte aus.

 

07:25 Uhr: Hier kommt man nicht trocken hindurch. Die Klamm wird ihren Namen gerecht.

Vortag 7:55 Uhr: Die Höllentalangerhütte (1.387 m) ist unsere letzte Einkehrgelegenheit vor dem Gipfel (Alpspitze) - und der ist immerhin noch 1.241 Höhenmeter weit entfernt. Also Getränke auffüllen und wenn nötig noch etwas Proviant besorgen. Wenn ihr meinen Tourenbericht zur Alpspitze lesen möchtet, dann bitte diesen Link nutzen. An nächsten Tag - nach einer Übernachtung in der Höllentalangerhütte hat mich das Wetter nicht im Stich gelassen. Es ist keine Wolke am Himmel. Ich starte um 08:00 Uhr meine Tour zum Großen Waxenstein.

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 Information - Höllentalangerhütte

Die Höllentalangerhütte ist für erfahrene Bergsteiger ein idealer Ausgangspunkt. Aber auch für bergbegeisterte Familien ist sie ein außergewöhnliches Ziel für Tagestouren oder auch als Wanderstützpunkt: Dafür sorgen der unvergessliche Aufstieg durch die Höllentalklamm, das weitläufige Hüttenumfeld mit Bachbett, Felsblöcken und vielem mehr, was Kinderherzen höher schlagen lässt, und die Hütte selbst, die seit mehr als 100 Jahren Bergsteigern eine gemütliche Unterkunft bietet.

Deutscher Alpenverein

  Etappe 2 - Gipfeltag: Höllentalangerhütte (1.387 m) - Großer Waxenstein (2.277 m)

08:00 Uhr: Der Weg zum Großen Waxenstein ist an der Höllentalangerhütte (1.387 m) nicht ausgeschildert. Anfänglich geht man den Pfad auf eine kleine Brücke zu. Jetzt über die Brücke (Steg) und dann rechts halten. Auf der nördlichen Seite sieht man schräg links am linken Ende eines Schuttkegels, welcher heute mit Schnee bedeckt ist, ein "rotes W" an die Felswand gezeichnet. Hier ist der Einstieg zum Großen und auch zum Kleinen Waxenstein zu finden. Im Ganzen sind fast immer Trittspuren und rote Markierungen gut sichtbar und leicht zu finden.

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08:20 Uhr - (Bild oben links) Schnell erreicht man die Wassereinfassung der unteren Hütte. An dieser geht es nun unterhalb vorbei. Über Gras und Schroffen entlang einen recht ausgesetzten Pfad (Schwierigkeitsgrad I) hinauf. Wer schon hier Bedenken mit der Ausgesetztheit hat oder sich ein flaues Gefühl in der Magengegend aufbaut, sollte unbedingt umkehren. Immer voller Tiefblick ins Tal. Schritt für Schritt geht es weiter. Bei dem losen Gestein auf dem Pfad muss man äußerst aufpassen. 

08:30 Uhr - (Bild oben rechts) Ab dem Einstieg bei der Hütte findet man auf den 900 HM hinauf zum Gipfel selten normales Gehgelände vor. Oft geht es auf einer Seite Steil hinab und man muss über Grasbüschel einen schmalen Pfad steil hinauf gehen. Felsstufen, bei welchen man schon ab und an die Hand zur Unterstützung dazu nehmen muss kommen je höher man kommt, immer öfter vor.

Die Aussicht ins Tal und auf die Zugspitzregion sind atemberaubend. Nun geht es immer weiter nach oben, den roten Markierungen folgend. Das Gelände wird langsam felsiger. Jetzt hält der Weg auf eine Felsmauer zu, wendet sich dann aber über Felsplatten und Schotter bis zu einem Felsaufschwung der erklettert werden muss (Schwierigkeitsgrad I). Hier stehe ich auf einem kleinen Absatz. Rechts führt der Weg weiter zum Kleinen Waxenstein hinauf bis auf 2.136 m, ein rotes unten auf Fels gemaltes GW, zusätzlich mit einem Pfeil ausgestattet, führt uns aber weiter nach links. Wir befinden uns jetzt auf dem Schafsteig. Dieser quert über einige Felsrippen nach links zur Einstiegsstelle der Waxensteinrinne. Der Abzweig vom Schafsteig in die Waxensteinrinne ist mit einem roten "W" markiert.

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10:25 Uhr (Bild oben) Der Schafsteig führt hier weiter im Auf und Ab nach links (westlich) zur Riffelkarscharte, von wo man wieder ins Höllental absteigen könnte. Diesen Abstiegsweg werde ich später auch nutzen. Am Einstieg zur Waxensteinrinne treffe ich auf drei Bergwanderer, welche aber ihre Tour hier abbrechen und über den Schafsteig absteigen. Die Rinne ist ihnen zu steil und mit Schnee gefüllt. Ich versuche es trotzdem, da ich dieses Problem vorher vermutete. Ich werde sehen wie weit ich komme, aber auch kein Risiko eingehen.
Ich steige nun die Waxensteinrinne hinauf, wo ich gleich zu Beginn auf die Schlüsselstelle treffe 
(Schwierigkeitsgrad II). Nachdem ich diese überwunden habe, war der Rest nicht mehr so schwer. Nur ist die Rinne auf ihrem mittleren Teil, wie vermutet, noch mit Schnee gefüllt und dieser Schnee ist praktisch auch nicht zu umgehen. Da die Rinne steil nach oben führt und der Schnee relativ hart ist, fahre ich meine Bergstöcke ein und stoße diese dann gut in den Schnee. So ersetze ich den Eispickel. Mit meinen Bergschuhen trete ich Stufen in den Schnee, so dass ich langsam, aber relativ sicher Stück für Stück höher komme.

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11:00 Uhr - Im oberen Teil der Waxensteinrinne muss man aufpassen, dass man nicht am Ausstieg vorbei geht. Die Querung ist kaum zu erkennen, rechts ist ein rot markierter Stein als Hinweis zu sehen. 

Zugspitzland: Lage-Wetter-Sport

Ich habe den Ausstieg trotz Suche nach dieser Markierung verpasst. Vielleicht lag dieser unter Schnee begraben. Oben am Grat angekommen hatte ich plötzlich einen hervorragenden Tiefblick auf den Eibsee.

11:15 Uhr - Oben, kurz unter dem Grat ging ich rechts bis ich den Pfad nach kurzer Suche wieder gefunden habe. Hier sind die klettertechnischen Schwierigkeiten wieder deutlich geringer, da große Teile des Steigs ohne Zuhilfenahme der Hände begangen werden können.

Es ist nicht mehr weit bis zum Gipfel des Großen Waxensteins. Ich umkurve noch einige Felsnasen und stehe plötzlich am Kreuz dieses Berges.

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 Der Gipfel

11:15 Uhr ( Bilder oben): Es dauerte auch nicht mehr lange bis ich nach dem östlich liegenden Gipfelvorbau plötzlich auf dem Gipfel des 2.277 m hohen Großen Waxensteins stand. Seit dem Jahr 2003 befindet sich hier oben ein schönes, neues Gipfelkreuz. Oben auf dem Gipfel angekommen eröffnet sich mir ein phantastischer Ausblick auf das Zugspitzmassiv, den Eibsee, Garmisch und die Vorberge. Ich bin nach 3 Stunden 15 min. ohne sonderliche Schwierigkeiten oben angekommen. In der genannten Zeit ist meine kleine Pause schon mit eingerechnet. Super Aussicht auch auf den Jubiläumsgrat, der Zugspitze, der Alpspitze 2.628 m und Garmisch-Partenkirchen. Oben sind noch zwei weitere Kletterer. Im Ganzen ist es hier wunderbar ruhig. Nicht so überlaufen wie auf der gegenüberliegenden Alpspitze. Nach einer guten Stunde Genießerpause auf dem Gipfel beginne ich mit dem Abstieg.

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 Info Eibsee:

In fast 1000 m Höhe, lieblich in die Felsenlandschaft eingebettet, liegt der tiefblau glänzende Eibsee, ein Juwel des Werdenfelser Landes.
Er ist 3,15 km lang, 0,56 km breit, bis zu 35 m tief (je nach Wasserstand) und besitzt entlang seiner Nordseite sieben Inseln. Der Eibsee ist durch einen riesigen Bergsturz entstanden. Nicht zu unrecht gilt der 
Eibsee als einer der schönsten und saubersten Seen in Oberbayern.
Genieße bei einem Seerundgang (Rundweg 7,2 km - Dauer ca. 2 Stunden) die herrlichen Ausblicke auf den See und beeindruckenden Flanken des Waxensteinkammes bis hin zur weltweit bekannten
Zugspitze. Zahlreiche malerische Buchten und idyllische Freibadeplätze laden zum Erholen oder Schwimmen ein. Direkt am See liegt das Eibsee-Hotel, oberhalb des Sees die Talstation der Großkabinenbahn zur Zugspitze. Die einzigen nennenswerten oberirdischen Zuflüsse sind der Kotbach, der in die Nodwestspitze des Sees mündet, sowie der Weiterbach im Süden. Der See ist ein Blindsee, da kein oberirdischer Abfluss vorhanden ist und das Wasser aufgrund der Beckenlage nur unterirdisch abfließen kann. Sein Name ist auf die Eibe zurückzuführen, die früher sehr zahlreich um den See herum vorkam. Heute ist sie am See nur noch vereinzelt zu finden und tritt nur noch in den Bannwäldern in der Nähe des Sees auf.

Hermann von Barth schreibt 1871 über den Eibsee: "...Eine arme Fischerfamilie hat ihre mehr malerische als reinliche Hütte am östlichen Ufer des Sees, und ihre Mitglieder sind dessen einzige Anwohner. Der See ist ihr Eigentum; sie brachten ihn im Jahre 1803 für einhundert Gulden vom Staate käuflich an sich. Zwischen den Steintrümmern am Ufer suchen magere Ziegen ihr karges Futter. Nahen Fremde, so kommen halbnackte Kinder aus der Hütte und bieten Alpenrosen zum Kauf an oder schießen ein Pistol ab, um durch dessen Krachen das siebenfache Echo an der nahen Wand der Törlen zu wecken, das wie lange fortrollender Donner in den Schluchten des Zugspitz-Labyrinthes verhallt." (Lit. Gesammelte Schriften des Freiherrn Hermann von Barth, Hrsg. Carl Bünsch, Max Rohrer, Alpine Verlagsanstalt, München, 1926, S. 869).

Der See war früher Austragungsort für Schlitten- und Skijöringrennen. Seit 1929 war die Zufahrtsstraße auch Schauplatz von Bergrennen.

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11:30 Uhr: Gegenüber auf der anderen Seite des Tales die Alpspitze 2.628 m, welche ich gestern über das Mathaisenkar hin zum Osterfelderkopf überschritten habe.

11:45 Uhr

Der Eibsee unten auf 973 m, 1300 m unter mir

Etappe - Abstieg: Großer Waxenstein (2.277 m) - Schafsteig - Höllentalangerhütte (1.387 m) - Hammersbach (758 m)

12:15 Uhr - Der Abstieg ist normalerweise wie der Aufstiegsweg. Am unteren Ende der Waxensteinrinne werde ich dann aber den Schafsteig Richtung Nordwesten bis unterhalb der Riffelscharte nehmen, dort absteigen und unten im Tal zurück zur Höllentalangerhütte gehen. An der Waxensteinrinne angekommen erwartet mich nun wieder das Schneefeld. Vorsichtig steige ich ab. Eine Unachtsamkeit lässt mich ausrutschen und ich sause einige Meter abwärts. Aus dem Reflex heraus konnte ich mich rechts am Fels halten. Nach dem Schreck versorge ich einige Schürfwunden am rechten Arm. Die Finger sind vom Greifen zum Fels aufgerissen, meine Hose ist zerrissen. Ein Brennen sagt mir, dass ich am Oberschenkel eine Risswunde habe. Diese wird wohl als ein Andenken vom Großen Waxenstein bleiben. Nun steige ich noch vorsichtiger ab und gelange endlich zum schneefreien Teil der Waxensteinrinne.

Der Schafsteig

Noch ein wenig Kletterei und ich befinde mich wieder unten am Abzweig zum Schafsteig. Rechts nach Nordwesten geht es immer weiter einen schmalen Pfad entlang. Auch hier sollte man genau schauen, denn die Trittspuren sind zum Teil sehr dürftig. Die roten Markierungen halten sich in Grenzen.

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12:55 Uhr (Bild oben links) - Der Schafsteig ist kaum zu erkennen. Anfangs durchsteigt man - der Weg ist sehr undeutlich - einige steilere Schrofen, bis man auf den flacheren Teil des Weges gelangt. Ich suche und folge den Pfad in einem ständigen auf und ab. Hier bin ich hier total allein unterwegs. Die Ruhe ist sehr entspannend. Nun zieht sich der Weg, deutlicher sichtbar, in mehreren Auf- und Abschwüngen immer weiter entlang des Waxensteinkamms. Ich lasse mir Zeit, fotografiere noch einige Alpenblumen.

14:20 Uhr (Bild oben links) - Weiter geht es abwärts. Den Abzweig zum Aufstieg zur Riffelscharte habe ich schon hinter mir gelassen. Der Abstieg wird durch einen rot/weißen Pfeil an einem am Boden liegenden Stein gekennzeichnet. Seilsicherungen helfen bei der Wegfindung und bei Bedarf durch etwas steilere Passagen.

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15:00 Uhr (Bild oben) - Unten im Höllentalanger angekommen, mache ich nun eine gute Stunde Pause an einem kleinen Bach. Dort am Wasserfall, welcher sicherlich von oben, dem Höllentalferner kommt, kann man super entspannen und die Landschaft in vollen Zügen genießen. Hinten rechts im Bild ist schon die Höllentalangerhütte zu sehen. Links im Bild ist die steile Wand des Waxensteins zu sehen. Klein, zwischen dem ersten Schneefeld und der kleinen Rinne findet man den Einstieg zu den Waxensteinen an der Wassereinfassung der Hütte. Heute am Abend soll es Gewitter geben und morgen zusätzlich noch regnen. Eine Tour zur geplanten Riffelspitze (2.263 m) mit einen Abstieg über die Riffelscharte zum Eibsee werde ich wohl auf ein anderes Jahr verschieben müssen. Ein vorhersehbares Risiko sollte man in den Bergen nicht eingehen. Nach einem ausgiebigen Abendessen in der Hütte steige ich dann über das Höllental nach Hammersbach ab um die Heimreise anzutreten.

 Fazit:

Bei gutem Wetter eine sehr empfehlenswerte Tour mit unvergesslichen Tiefblicken. Von Hammersbach und zurück als Tagestour eine lange, großartige Unternehmung - entspannter von der Höllentalangerhütte aus. Technisch eine mittelschwere Bergtour mit Klettern seilfrei bis in den 2. Schwierigkeitsgrad. Für wirklich sichere Bergsteiger halten sich die Schwierigkeiten in Grenzen. Die Route führt jedoch lange über einfache Felsen (I. bis II. UIAA); an den ausgesetzteren Stellen sind keine Drahtseilsicherungen. Es bedarf es absoluter Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Dies gilt auch für die Abstiegsroute. Könner werden an dem leichten Felsgelände ihre Freude haben und zudem wird man mit einem beeindruckenden Blick auf die Zugspitze 2962 m mit ihrem Jubiläumsgrat und die Alpspitze 2.628 m verwöhnt. Dringend abzuraten ist der Aufstieg bei Schlechtwetter und natürlich bei Glätte. Genügend Getränke mitnehmen.

 Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Höllental - Großer Waxenstein - Schafsteig" zu sehen. 

 meine weiteren Touren im Wettersteingebirge


    

    Link zum Eibsee     Deutscher Alpenverein

           

      Zugspitzland: Lage-Wetter-Sport     

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