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Es gibt nur einen Rivalen beim Bergsteigen oder Klettern: Man nimmt es mit sich selbst auf.

Zitat: Viktor E. Frankl (österreichischer Neurologe und Psychiater)

Jubiläumsgrat, Deutschland / Wettersteingebirge - Tour am 27.08.2008

Jubiläumsgrat Richtung Zugspitze  

 Allgemeines:

Als Jubiläumsgrat oder auch Jubiläumsweg (salopp in Bergsteigerkreisen: „Jubi“) wird die Führe über den Verbindungsgrat zwischen der Zugspitze (2.962 m) und dem Hochblassen (2.706 m) bezeichnet (deswegen auch „Blassenkamm“ genannt), vor dessen Nordwestabbruch man an der „Falschen Grießkarscharte“ normalerweise zur Alpspitze (2.628 m) hinüberquert oder über das Mathaisenkar absteigt. Im Gratverlauf werden die drei Höllentalspitzen (2.740 m), die Vollkarspitze (2.630 m) und etliche Grataufschwünge überschritten oder umgangen. Die Route ist eine ernst zu nehmende hochalpine Tour und nicht, wie oftmals dargestellt, ein Klettersteig.

Der Jubiläumsgrat kann grundsätzlich in beide Richtungen begangen werden. Die Gehzeit zur Grießkarscharte beträgt mindestens 6 Stunden. Bei ungünstiger Witterung, unzureichender Kondition oder schlechten Verhältnissen kann sich die Begehungszeit auch auf 12 Stunden und mehr verlängern. Für den Abstieg von der Grießkarscharte sind je nach Ziel mindestens nochmals mindestens 2,5 Stunden einzuplanen. Übliche Ziele sind die Höllentalangerhütte im Höllental, die Osterfelderkopf-Seilbahn oder das Kreuzeckhaus. Setzt man die Tour von der Grießkarscharte noch bis zum Alpspitzgipfel fort, sind weitere zeitliche Reserven einzuplanen.

Bei entsprechender Witterung wird der Jubiläumsgrat von versierten Alpinisten auch im Winter begangen, erfordert dann aber oft ein Biwak.

Etwa in der Mitte des Jubiläumsgrates, zwischen Mittlerer- und Äußerer Höllentalspitze, befindet sich das Jubiläumsgrathüttl, eine unbewirtschaftete Schutzhütte (Biwakschachtel), die nur in Notfällen zur Übernachtung dient (Notlager für 4-8 Personen).

 Schwierigkeit 

Der Jubiläumsgrat weist Stellen bis zum unteren dritten Schwierigkeitsgrad auf (III- nach UIAA-Skala).  Durch zwei Bergstürze im Jahr 2001 an der Vollkarspitze hatten sich die klettertechnischen Schwierigkeiten dort deutlich erhöht; das schwierigste Stück ist inzwischen wieder durch ein Drahtseil und Trittklammern entschärft, erfordert jedoch großen Krafteinsatz.

Begeher müssen über absolute Schwindelfreiheit und Erfahrung im seilfreien Begehen von ausgesetzten Passagen verfügen. Der Grat ist zwischen Zugspitze und innerer Höllentalspitze teils nur einen halben Meter breit und bricht mehrere hundert Meter ins Höllental und zum Zugspitzplatt hin ab. Die konditionellen Anforderungen sind aufgrund der Länge des Grates hoch. Einige Stellen sind versichert, teils mit Stahlseilen, teils nur mit Haken zur Selbstsicherung. Im Sommer herrscht oft hohes Gewitterrisiko.

Vor der Grießkarscharte kann die Tour nur an einer Stelle vorzeitig über den Brunntalgrat-Steig abgebrochen werden. Dieser führt von der Inneren Höllentalspitze südwärts gegen den Brunntalkopf zur Knorrhütte (2.052m). Er ist kaum weniger anspruchsvoll Schwierigkeitsgrad (I bis II) als der Jubiläumsgrat selbst und muss frei abgeklettert werden.

 Erstbegehung 

Erstmals überschritten wurde der Grat bis zur inneren Höllentalspitze 1896 von Emil Diehl, auf der ganzen Länge bis zur Alpspitze 1897 von Ferdinand Henning. Die erste Winterbegehung erfolgte erst am 19./20. März 1927 durch W. Hofmeier, Karl von Kraus und Karl Wien. Weihnachten 1936 gelang Otto Eidenschink die erste Winter-Alleinbegehung. In 24 Stunden überwand er den Grat unter schwierigen hochwinterlichen Bedingungen von der Stuibenhütte bis zum Münchner Haus.      

Deutscher Alpenverein

 Unsere Route: Stopselzieher - Münchner Haus (2.962m) - Jubiläumsgrat - Höllentalangerhütte (1.387m) - Höllental

Es gibt sieben Wege auf die Zugspitze. Über das Höllental mit seiner Klamm und dem Klettersteig mit dem Höllentalferner haben wir 2006 und 2008 die Zugspitze schon bestiegen. Über den  Stopselzieher sind wir gestern zum Münchner Haus auf den Zugspitzgipfel (2.962 m) aufgestiegen. Dort haben wir übernachtet und Kraft für unsere heutige Tour geschöpft. Nun wollen wir über den Jubiläumsgrat zur Albspitze klettern und anschließend vom Osterfelderkopf mit der Alpspitzbahn talwärts zum Auto fahren.

Berstation Zugspitze (2.962m) - Innere- (2.741m), Mittlere- (2.743m), Äußere-Höllentalspitze (2.720m) - Vollkarspitze (2.618m) - um den Hochblassen herum - Grieskarscharte (2.463)

Anmerkung: meine Gehzeiten mit Pause / Angaben sind immer ca.- Werte

Gehzeiten:   Zugspitze (2.962 m) - Grieskarscharte (2.463) 9,5 Stunden
Gehzeiten / Höhenmeter:
  Grießkarscharte (2.463 m ) - Höllentalangerhütte (1.387 m ) 3,0 Stunden / 1.076 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:    Höllentalangerhütte (1.387m) - Hammersbach (758m) 1,5 Stunde / 629 HM

Höhenmeter:

Bergstation Zugspitze (2.962m) - Innere- (2.741m), Mittlere- (2.743m), Äußere-Höllentalspitze (2.720m) - Vollkarspitze (2.618m) - um den Hochblassen herum - Grieskarscharte (2.463)

 
Schwierigkeit:  Klettern bis Schwierigkeitsgrad (III) / Klettersteig Schwierigkeit A-D   Kondition: Hoch
Ausrüstung:  1+3 bei Übernachtung auch 2
Karte:

 Alpenvereinskarte 4/2, Wetterstein- und Mieminger Gebirge (Mitte)

Beste Jahreszeit:  Juli bis September

 Mein kleiner Tourenbericht:

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Wir, das sind Oli und ich, haben uns in den Kopf gesetzt zwei Tage im Zugspitzgebiet zu verbringen. Gestern, am Anreisetag parkten wir auf dem Parkplatz der Alpspitzbahn nahe Garmisch-Partenkirchen kostenlos ab, da wir hier unsere Rundtour auch beenden wollen. Gleich hier begeben wir mit dem Zug der Zugspitzbahn zum Eibsee. Über den Stopselzieher erreichten wir den Gipfel der Zugspitze (2.962m) um oben im Münchner Haus zu übernachten und Kraft für unsere heutige Tour zu schöpfen. Heute wollen wir nun über den Jubiläumsgrat klettern, den Osterfelderkopf (2.050m) erreichen und mit der Alpspitzbahn zurück zum Parkplatz fahren. Ob uns alles so gelingt wie geplant? Wir werden sehen.

Der Hüttenanstieg: Eibsee (1.000m) - Wiener- Neustädter-Hütte (2.213m) - Stopselzieher - Münchner Haus (2.962m)

Der Hüttenanstieg zum Münchner Haus erfolgt über den Klettersteig " Stopselzieher " hinauf zur Zugspitze. Hier kann man diese Tour nachlesen.   

Der Jubiläumsgrat:

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Ab 07:00 Uhr gibt es Frühstück im Münchner Haus. Jeder stellt sich morgens an um sein Frühstück zu bestellen. Entsprechend viel Zeit kostet das dann auch. Wir kommen erst spät weg.

 

07:25 Uhr: Oli am Einstieg zum "Jubi" gleich hinter dem Zugspitzgipfel - Blick Richtung Alpspitze, dazwischen der lange Jubiläumsgrat. Von hier sieht er noch einfach aus. Die Bergstöcke können wir bald weglegen.

07:30 Uhr: Hier beginnt nun der Jubiläumsgrat.

Der Jubiläumsgrat gehört zu den spektakulärsten Gratüberschreitungen der Ostalpen – ist aber, und das sei gleich vorweggenommen KEIN Klettersteig.

Ich habe es mir lange überlegt diese Tour zu gehen, wollte es aber auch nicht unversucht lassen. Viele Berichte und Beschreibugen habe ich vorab gelesen. Die über 5 km lange Gratüberschreitung, die sich vom Gipfel der Zugspitze bis zum Gipfel der Alpspitze zieht, ist eine anspruchsvolle Tour!

Ein ständiges Auf und Ab prägt diese Tour, steht man auf einem der Gratgipfel, tut sich schon das nächste zackige Hindernis auf.

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07:45 Uhr:

Hier beginnt der Jubiläumsgrat, der schmale Weg ist fast nicht mehr zu erkennen. Orientieren kann man sich bald nur noch an Trittspuren, spärlichen Markierungen oder Kratzspuren der Steigeisen.

Oli geht voran. Ich versuche ihm zu folgen, bewege mich sehr, fast zu vorsichtig über dem Grat was aber viel Zeit kostet.

Rasch geht es mit ersten Klettereien zur Sache, und ich gewöhne mich an die Tiefe, die einen links und rechts umgibt.

Nach den ersten Kletterstellen trifft (1-2), abwärts kletternd gelangt man zu einer glatten Rinne (3-), die auch gleich die erste Schlüsselstelle darstellt

 09:45 Uhr:

Je weiter man sich von der Zugspitze entfernt, desto mehr Drahtseile tauchen auf. Für mich sind diese immer willkommen, sichern sie mich doch an einigen schwierigen Stellen.  

Nach der "glatten Rinne" klettert man wieder aufwärts (2) und folgt im stetigen Auf- und Ab dem Grat bis zur ersten drahtseilversicherten Klettersteigstelle (B). Weiter auf dem Grat (2-, Klettersteigstellen bis C) bis man erneut luftig in eine Scharte abklettern muss (2+, kleiner, brüchiger Überhang).

Link zum Eibsee

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10:35 Uhr: In der Scharte rechts vom Grat auf den nächsten mächtigen Turm, von diesem steigt man zur Abzweigung zur Knorrhütte ab (die Abzweigung ist beschildert). Der Turm sieht schwieriger aus wie er ist. Ich selbst hatte hier keine Probleme.

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 Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Jubiläumsgrat" zu sehen.

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13:15 Uhr:

Von der Zugspitze bis zum Biwak sind oft ausgesetzte Kletterstellen (bis 3- glatte Rinne) zu bewältige.
Von der  Abzweigung Knorrhütte – Bergstation Alpspitzbahn (mehr Klettersteig als Klettertour) immer im Bereich des Grates (tlw.
A/B, aber auch Gehgelände) zum Biwak (Grathüttl, 2684 m). Danach auf- und absteigend (A/B, 2- und C) bis zur markant gelblichen Vollkarspitze.

Zugspitzland: Lage-Wetter-Sport

14:00 Uhr:

In der schwersten "Klettersteig-Stelle" der Tour - Westseite der Vollkarspitze.

Der Anstieg auf die Vollkarspitze Schwierigkeitsgrad (D) stellt die klettersteigtechnische Schlüsselstelle dar, sehr luftig und ausgesetzt geht es aufwärts. Ein wenig Armkraft und diese Stelle ist gemeistert.

Oli steht vor der Vollkarspitze im Nebel, welcher uns nun immer öfter umgibt.

                            

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Hinter der Vollkarspitze wird es wieder leichter, immer im Bereich des Grates (A und 1-) auf den Hochblassen zu, bis man zu einer rot markierten Abzweigung gelangt. Dort links hinunter (tlw. versichert A/B), unter den Nordabbrüchen des Hochblassen vorbei, steigt man wieder in einer Rinne (A/B) zum Grat auf. Ab dort kurz auf dem Grat, dann auf Steigspuren im Schutt zur Grieskar Scharte (2.463 m) hinunter.

17:05 Uhr: Wir sind außerhalb unseres geplanten Zeitfensters an der Grießkarscharte angekommen und werden hier nun auch aus Zeitgründen absteigen müssen. Die letzte Seilbahn ist nicht mehr zu schaffen. Also geht es runter zur Höllentalangerhütte um nach einer Stärkung durch die Höllentalklamm abzusteigen. Mein Wasser ist auch schon aufgebraucht. 

19:35 Uhr: Hier geht es durch das Mathaisenkar zur Höllentalangerhütte. Es liegt noch einiges an Weg vor uns, ein steiler und anstrengender Abstieg. Ich habe seit fast 2 Stunden nichts mehr getrunken und erwarte sehnsüchtig das Wasser unten am Schneefeld.

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Um 20:00 Uhr erreichen wir die Höllentalangerhütte. Nach einem Imbiss steigen wir in der Dunkelheit mit unseren Stirnlampen durch das Höllental nach Hammersbach ab. Im Schein unserer Stirnlampen hörten wir nur das Grollen des Hammersbachs.

 Der Abstieg:

In Normalfall verläuft die Abstiegsroute vom Gipfel der Alpspitze über die sog. Alpspitz-Ferrata hinunter zur Alpspitzbahn (letzte Talfahrt 17.00 Uhr). Wir sind aus Zeitgründen schon von der Grießkarscharte durch das Mathaisenkar zur Höllentalangerhütte abgestiegen.

 Fazit:

Der Jubiläumsgrat ist eine Tour, die nur konditionell starke, geübte und vor allem trittsichere Kletterer angehen sollten. Er ist wesentlich anspruchsvoller, als es der Blick von der Zugspitze vermittelt und: Dort gibt es kein Wasser. Davon sollte man also reichlich mitnehmen. Traumtour für erfahrene Klettersteigler mit Kondition und Klettererfahrung bis Schwierigkeitsgrad (III). Auch im Abstieg erreicht man erst nach einer guten Stunde die erste brauchbare Wasserstelle. Empfehlenswert ist dieses großartige Bergerlebnis auf jeden Fall.

Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Jubiläumsgrat" zu sehen. 

meine weiteren Touren im Wettersteingebirge


    

    Link zum Eibsee     Deutscher Alpenverein

           

      Zugspitzland: Lage-Wetter-Sport     
 

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