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Wo bin ich: Startseite - Klettertouren - Sulzfluh

Ein Bergsteiger ist meines Erachtens nicht, wer nur extreme Touren unternimmt oder nur eine Zeit lang "bergsportlich" tätig ist, sondern wer auf Dauer dem Berg im weitesten Sinne als Lebensideal verbunden bleibt.

Zitat: Anderl Heckmair (Bergführer und Alpinist)

 Sulzfluh 2.817m - Gauablickklettersteig, Vorarlberg in Österreich / Rätikon

Tour am 12.10.2008 

 Sulzfluh 2.817m 

 Allgemeines:

Die Sulzfluh gehört mit 2.817 Metern Höhe zu den zehn höchsten Alpengipfeln im Rätikon, Graubünden/Vorarlberg. Der Berg liegt direkt an der österreichisch-schweizerischen Grenze und besitzt neben dem Hauptgipfel noch den 2.812 Meter hohen Westgipfel. Der Grenzgipfel trennt das Gauertal im Montafon vom St. Antöniental in Graubünden. Unmittelbar unterhalb der Südwand der Sulzfluh liegt die Carschinahütte  des SAC.

 

 

Die Sulzfluh und ihre Höhlen:

Neben den altbekannten Sulzfluhhöhlen Kirchhöhle (800 m Länge), Seehöhle (1.500 m Länge), Abgrundhöhle und Herrenhöhle (Herrenbalme) befinden sich die großen Höhlensysteme von Oberer Seehöhle und Apollohöhle (3.080 m Länge) in der Ostflanke des Berges, über der tiefen verkarsteten Mulde der Gruben zwischen Sulzfluh und Weißplatte.

 Erstbesteigung:

 

Seine erste verbürgte Besteigung erfolgte 1782.

 

 Diverse Anstiege:

Tilisunahütte

Von der Tilisuna-Hütte führt ein Wanderweg über das Sulzfluhplateau zum Gipfelkreuz des Hauptgipfels. Der Aufstieg von der Hütte dauert etwa 2 Stunden. Ein weiterer mittelschwerer Anstieg führt von Partnun durch das Gemstobel (hier eine kurze Felsstufe) zum Ostrücken, wo er auf den Weg von der Tilisunahütte trifft.

 

Lindauer Hütte

Der Anstieg von der Lindauer Hütte im Gauertal erfolgt über den Porzalengawald, westlich an den Bankköpfen vorbei und durch den Rachen auf die nackte Karsthochfläche des Sulzfluhplateaus.

 

Partnun im St. Antöniental

2005 wurde von dem Partnun (St. Antönien) her ein Klettersteig auf den Gipfel eröffnet. Der anspruchsvolle Einstieg in die fast senkrecht aufsteigenden Karste wird teilweise mit Ketten gesichert. Der Schwierigkeitsgrad liegt bei dieser Variante bei T3. Der Klettersteig ist 750 m lang mit etwa 450 m Höhenunterschied. Die Begehungszeit für den Klettersteig beträgt ca. 2 ½ Stunden. Zum Einstieg braucht man ab Partnun ca. 1 ½ Stunden, ab der Carschinahütte ca. 1 Stunde und ab der Tilisuna-Hütte ca. 2 Stunden.

 

Gauablickklettersteig (mein Aufstieg)

Bei dem Gauablick-Klettersteig handelt es sich um einen sehr schönen Klettersteig der Schwierigkeitsstufe B/C. Die Klettersteiganlage wurde im Sommer 2006 errichtet und lässt sich an einem Wochenende auch mit dem südseitigen Sulzfluh-Klettersteig gut kombinieren.

Das einzigartige an diesem Klettersteig ist, dass er durch eine zirka 350m lange Höhle führt.

 

Technische Beschreibung des Klettersteigs:

Von der Lindauer Hütte zum Einstieg: 

1,5 Std.

Einstieg: 

2.100 m ü. M.

Ausstieg:  

2.483 m ü. M.

Kletterlänge:  

500 Meter Stahlseil

Länge der Höhle:

350 m

Begehung des Klettersteigs:

ca. 1,5 Std.

Schwierigkeitsgrad: 

B/C

Ausrüstung:  

1+3 bei Übernachtung auch 2  -  unbedingt Stirnlampe

Beste Jahreszeit:

Juni - Juli - August - September


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

meine Route: Anstieg am Vortag - Lindauer Hütte (1.744m) - Sulzfluh (2.817m)

Anmerkung: meine Gehzeiten mit Pausen / Angaben sind immer ca.- Werte

Gehzeiten / Höhenmeter:

  Lindauer Hütte (1.744m) - Sulzfluhgipfel (2.817m)

4,5 Std. / 1.073HM

Gehzeiten / Höhenmeter:   Gipfel Sulzfluh (2.817m) - Lindauer Hütte (1.744m) durch den Rachen 2,00 Std. 1,073 HM
Gehzeiten / Höhenmeter   Lindauer Hütte (1.744m) - Latschau (985 m)  1,25 Std. / 759 HM
Schwierigkeit:  Klettersteig Schwierigkeit B/C  Kondition: mittel

Ausrüstung:

 1+3 bei Übernachtung auch 2  -  unbedingt Stirnlampe

 

Karte:

 Freytag & Berndt WK 371 - 1:50 000

Beste Jahreszeit:  Juni - Juli - August - September
 Schwierigkeit:

Schöner, mittelschwerer Klettersteig auf der Nordseite der Sulzfluh. Eine Stelle Schwierigkeit C, sonst meist um B/C. In der Höhle kurz A/B, der Rest ist Gehgelände. Durchgehendes Stahlseil, Trittstifte und in der Höhle ein Handlaufseil. Auf Steinschlag von anderen Kletterern achten, also auch einen Helm tragen. Besser an der Tafel beim Einstieg vor der Wand (steinschlagsicher) anseilen. Unbedingt eine Stirnlampe für die Höhle mitnehmen.

Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Gauablick-Klettersteig" zu sehen.
 

 Mein kleiner Tourenbericht

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Der Anstieg: Lindauer Hütte (1.744m) - Gauablickklettersteig - Sulzfluhgipfel (2.817m)

 

Anfahrt: von Deutschland über Lindau und Bregenz Richtung Schruns in Montafon fahren, weiter nach Tschagguns. Im Ort rechts abbiegen nach Latschau die Serpentinen nach oben und am Stausee (nicht an der Golmerbahn, sondern auf einen kleinen, kostenlosen Parkplatz vorher) direkt am Einstieg zur Lindauer Hütte abparken.

Ausgangspunkt: Kleiner, gebührenfreier Parkplatz in Latschau (1.000 m)

Hüttenaufstieg:

Die Saison 2008 geht nun leider wieder viel zu schnell dem Ende zu und das Wetter hat aus diesem Jahr ein wahres Tourenlotteriespiel gemacht. Gestern bin ich von Latschau (1.000 m) aufgebrochen und auf die Tschaggunser Mittagsspitze gewandert, bzw. den letzten Teil auch geklettert (Tourenbericht). Von dort ging es weiter über die Tilisuna Hütte (2.211m) zur Lindauer Hütte (1.744m) um dort zu übernachten und für meine heutige Klettersteig-Tour neue Kraft zu sammeln. Nach einer eher unruhigen Nacht in der Lindauer Hütte (1.744m) werde ich nun den Aufstieg auf die Sulzfluh (2.817m) über den Gauablickklettersteig versuchen. Es hat in den letzten Tagen Schnee gegeben, nun müssen wir sehen, ob die Sicherungsseile an der Wand noch nutzbar sind oder unter Schnee und Eis verschwunden sind. Die Hütte war sehr gut besucht um nicht zu sagen ausgebucht. Zum Glück hatte ich reserviert. Eine Alpenvereinsektion hatte ihre Jahresfeier mit Familie, Kind und Kegel jeden Alters hier im Haus organisiert. So ruhig war es dann auch. An Schlaf war erst ab 23.00 Uhr zu denken. Trotzdem war der Service im Gastraum super. Respekt!! Es liegt der erste Schnee in der Wand, auch mein Abstiegsweg über den "Rachen" ist durchweg weiß. Ich werde mich auf die winterlichen Verhältnisse einstellen. Zur Not habe ich Gamaschen, Eispickel und auch Steigeisen dabei.

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Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Gauablick-Klettersteig" zu sehen. 

  Information: Die Lindauer Hütte

Die  Lindauer Hütte ist eine Schutzhütte der Sektion Lindau des Deutschen Alpenvereins (DAV). Sie liegt im Gauertal am Fuß der Drei Türme auf 1.744 Metern im Rätikon im Montafon in Vorarlberg.

Übergänge zu anderen Hütten

07:45 Uhr: Nach einem sehr guten Frühstück in der Lindauer Hütte (Bild oben links) geht es endlich los. Wie es aussieht werde ich allein unterwegs sein. Der Gastraum ist ziemlich leer. Niemand scheint in Aufbruchstimmung zu sein. Wenig später, auf dem Weg zum Einstieg, treffe ich dann doch noch ein Paar, welches ebenfalls den Gauablick-Klettersteig machen möchte. Zum Anfang geht es parallel zur Baumgrenze Richtung Bilkengrat (Bild oben rechts). An einer Wegkreuzung (Hamosa) auf 1.684m Höhe, welche an einem Bachlauf liegt, biege ich nun recht ab. Hier geht es stramm auf leichten Bergpfad hinauf. Von der Lindauer Hütte erreicht man dann Einstieg in ca. 1,5 Stunden

08:55 Uhr: Immer im rechten Blickwinkel, südwestlich gelegen, sind die "Drei Türme" (2.830m) (Tourenbericht) zu bewundern. Mit dem Schnee sehen sie noch schöner aus wie auf den vielen Sommerbildern welche immer wieder im Internet zu bewundern sind. Hier befinde ich mich nur noch wenige Höhenmeter vom Anseilplatz entfernt.

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 Information: Die Drei Türme

Die Drei Türme, auch genannt Dri Türm und Drei Drusentürme, sind drei Gipfel in der Drusenfluhgruppe und bilden eine von Nordwesten nach Südosten verlaufende Bergkette. Der Hauptgipfel der Türme ist die fünfthöchste Erhebung im Rätikon. Der Vermessungspunkt auf dem Gipfel des Kleinen Turms liegt auf der Staatsgrenze zwischen dem österreichischen Bundesland Vorarlberg und dem Schweizer Kanton Graubünden. Mittlerer und Großer Turm gehören dagegen zu Vorarlberger Gebiet. Ihren höchsten Punkt erreichen sie mit dem 2.830 Meter hohen Großen Turm. Nach Süden hin bilden die Drei Türme senkrechte bis 600 Meter hohe Wände. Einige dieser Südanstiege gehören daher zu den bedeutendsten alpinistischen Kletterrouten des Rätikons. Über eine Erstbesteigung im 19. Jahrhundert liegen in der Literatur keine gesicherten Angaben vor.

Höhen der Drei Türme

(nach den Angaben der Schweizer Landeskarte 1:25.000)

Großer Turm: 2.830 m

Mittlerer Turm: 2.782 m

Kleiner Turm: 2.754 m

Tourenbericht "Drei Türme"

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09:15 Uhr: Hier, an diesem Wegweiser, ist es bis zum Einstieg zum Klettersteig und damit auch zur Gauablick-Höhle nicht mehr weit.

Im Hintergrund ist mein geplanter Abstiegsweg, der so genannten "Rachen" zu sehen. Ob ich ihn bei der leichten Schneelage nutzen kann werde ich oben vor Ort beurteilen müssen. Sollte es mir zu heikel oder zu riskant erscheinen, werde ich wohl über den Klettersteig auch wieder absteigen müssen. Eine weitere Abstiegsvariante wäre dann noch die über die Carschinahütte auf der Schweizer Seite, würde aber ein riesiger Umweg durch das Drusentor bedeuten.

Jetzt muss erst einmal dieser tolle Klettersteig gemeistert werden.

09:50 Uhr: Wie man nun sieht habe ich die ersten Höhenmeter erklettert. Alles ist mit einem Drahtseil gesichert. Die Trittbügel sind gut zu erreichen. Der Schnee hat die Seilsicherungen zum Glück noch offen gelassen. Ohne Probleme steige ich weiter. Ich sichere mich grundsätzlich mit meinem Klettersteigset, auch wenn es immer etwas Zeit kostet. Sicherheit geht vor.

 

                       ÖAV      

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Jetzt folgt einer Linksquerung (A) und dann zum Eingang der Gauablickhöhle. In der Querung liegt nun doch noch etwas Schnee, aber durch die Klettersteigsicherung ist man gut abgesichert. Und schon steht man vor dem Höhleneingang (Bild unten links). Rechts am Eingang ist eine Hinweistafel angebracht. Durch die Höhle (A/B) wird man durch ein Führungsseil geleitet. In der Gauablickhöhle gibt es rechts einen Abzweiggang, welcher aber gesperrt ist. Immer am Seil bleiben! Die Stirnlampe gibt hier ausreichend Licht. Nach ca. 350m ist der Ausgang an der gleichen Wandseite der Sulzfluh erreicht. Die letzten Meter zum Ausgang (Bild unten links) kommt man nur noch in geduckter Haltung durch.

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Eingang zur Gauablickhöhle

 

Blick aus der Gauablickhöhle (Ausgang) nach Latschau

Information: Die Gauablickhöhle

Die Gauerblickhöhle, welche nun auch durch einen Klettersteig erschlossen wurde, zählt mit 800 m Ganglänge (Gesamtlänge) und 240 m Tiefe zu den bedeutenden der bisher entdeckten Höhlen auf der österreichischen Seite der Sulzfluh. Der Boden besteht fast durchgehend aus Verbruchmaterial. Im westlichen Teil liegt die Höhlenbreite bei ca. 7-8 bis Metern. Im Ostabschnitt (Ausgang) verengen sich die Breiten und Höhen auf 2-3 Metern.

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Nach Durchschreitung dieser tollen Höhle, welche auch meine erste Höhle in der Bergwelt war, kommen noch einige Klettersteig-Abschnitte in der KS Schwierigkeit (A/B) bis dann zur Schlüsselstelle in Form eines kleinen Überhangs in (C). Ich habe diese Stelle gar nicht bemerkt. Hier befindet sich auch der Notausstieg, welchen ich aber wegen der aktuellen Schneelage dort nicht wirklich vertraut hätte. Weiter über eine Rampe (A/B) und eine Stufe (A/B) wird ein Schuttkessel (A) erreicht. Steile Stufen (A/B bis B/C) führen dann weiter bis zum Ausstieg. Oben am Ausstieg kann man sich dann entscheiden, ob man gleich wieder über den "Rachen" absteigt, oder aber so wie ich weiter auf den schon sichtbaren Sulzfluhgipfel geht. Dieser liegt weitere 370 HM und ca. 1 Stunde vom Klettersteig-Ausstieg entfernt. Ich schnalle meinen Klettergurt ab, mach eine kleine Genießerpause und weiter geht es Richtung Gipfel.

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12:15 Uhr: Der restliche Weg zum Gipfel der Sulzfluh ist trotz Schnee auch nur einfaches Gehgelände. Der Schnee selbst hat einen guten Halt. Oben angekommen wurde ich mit einer phantastischen Fernsicht belohnt. Leider war der Gipfel auch mit vielen weiteren Besuchern voll, was aber nicht so tragisch war. Die Kletterer kamen alle von der Schweizer Seite, vermutlich von der Carschinahütte her über den Sulzfluh-Klettersteig aufgestiegen. Ich lege eine lange Mittagspause ein. Die Sonne wärmt schön und es war windstill. Herrlich.

aktuelle Webcam

 

12:15 Uhr: Geschafft, jetzt noch schnell ein Foto von mir am Gipfelkreuz für mein Album und dann endlich etwas in Ruhe essen. Cool war auch der Alphornbläser. Er hat ein Alphorn aus Carbon (1,5 kg) auf den Gipfel gebracht. Einfach meine weiteren Bilder in der Galerie anschauen. Da ist er zu sehen.

Voralberg - Homepage

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 Der Abstieg:

Im Normalfall wird die Sulzfluh zur Lindauer Hütte über den Rachen abgestiegen. Ich werde diesen Weg trotz Schnee versuchen, da ich über die Lindauer Hütte nach Latschau (985m) gehen möchte. Alternativ kann auch über die Schwarze Scharte bzw. über die Tilisunahütte und den Schwarzhornsattel abgestiegen werden.

Die Abstiegsvariante durch den Rachen ist die kürzeste, erfordert (bei schwierigen Verhältnissen wie Schnee) alpine Erfahrung und Trittsicherheit.

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15:20 Uhr: Vom Ausstieg folge ich den Trittspuren im Schnee. Leider verfolge ich eine Gruppe Bergwanderer welche aber zur Carschinahütte absteigen. Leider habe ich das erste sehr spät bemerkt. Also nach 30 min. umdrehen und komplett zurück; hinauf bis fast zur Ausschilderung am Gipfel. Nun aber bis zur Abzweigung in den "Rachen" folgend aufsteigen. Anschließend steil hinab. Einem schönen Abendessen in der Lindauer Hütte folgte ab 18.00 Uhr der Heimweg nach Latschau wo ich dann auch um 19:15 Uhr eingetroffen bin.

 

  Fazit: 

Einen so spektakulären, einmalig schönen Klettersteig, der durch eine 350m lange Höhle führt hat man auch nicht alle Tage. Absolut empfehlenswert allein der Landschaft wegen.

Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Gauablick-Klettersteig" zu sehen.
 

 meine weiteren Touren im Rätikon


    

        ÖAV                                               

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