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Wo bin ich: Startseite - Klettertouren - Watzmannüberschreitung

 

Wenn man ins Tal zurückkehrt, nachdem man zwei oder drei Tage in den Bergen verbracht hatte, sieht man das Leben immer aus einer eigentümlichen Distanz ... Dinge, die zuvor wichtig erschienen, die einen besorgt und ängstlich machten, wirken auf einmal recht unerheblich. Geld, Rechnungen, Zukunftsaussichten, Sicherheit ... all das ist plötzlich irrelevant geworden.

Zitat: Joe Simpson (britischer Bergsteiger, Autor und Vortragsredner)

  Watzmann-Überschreitung 2.713m, Deutschland / Berchtesgadener Alpen  

Tour am 26./27.07.2009

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 Allgemeines:

Der Watzmann ist das zentrale Bergmassiv der Berchtesgadener Alpen, die zu den nördlichen Kalkalpen zählen. Er liegt im Südosten Oberbayerns im Nationalpark Berchtesgaden in den Gemeinden Ramsau und Schönau am Königssee. Das bekannte Massiv hat seinen höchsten Punkt in der Watzmann-Mittelspitze, die mit ihren 2.713 m Höhe zugleich höchster Punkt des Berchtesgadener Landes ist. Im Osten lockt der Blick hinunter zum Königsee nach St. Bartholomä und in der Ostwand - eine der größten Wände der Ostalpen - blinzelt das orange Biwak herauf. Im Westen sieht man das lange Wimbachtal, das man beim Abstieg dann durchwandert und den mächtigen Hochkalter (2.607 m). Endlich am Gipfel tut sich ein fantastisches Panorama auf, dies reicht vom Chiemsee bis zum Großglockner.  Der Watzmann ist mit 2.713 Metern das zweit-höchste Gebirgsmassiv Deutschlands. Ramsau und Schönau am Königssee liegen als Talorte über 2.000 Höhenmeter unter dem Gipfel – damit weist der Watzmann eine für die Ostalpen sehr bemerkenswerte Höhendifferenz auf, die sogar alpenweit oft nur von Viertausendern übertroffen wird.

Gipfel des Watzmannmassiv:

  • Watzmann-Mittelspitze                 2.713m
  • Watzmann-Südspitze                   2.712m
  • Hocheck                                      2.651m
  • Kleiner Watzmann (Watzmannfrau) 2.307m
  • Watzmannkinder / 1.Kind. 2.247m, 2.Kind 2.232m, 3.Kind 2.165m, 4.Kind 2.270m, 5.Kind 2.225m, evtl.auch mehr Kinder,
  • Grünstein                                     1.304m
  • Hirschwiese (Hirschwieskopf)         2.114m 

Watzmannsage:

Der Sage nach wurde das Land einst vom grausamen König Waze oder Wazemann beherrscht, der mit seiner Frau und den Kindern Furcht und Schrecken verbreitete. Als er eine Bauernfamilie mit seinem Ross zerstampfte, fluchte die Bäuerin, dass Gott ihn und seine Familie zu Stein verwandeln solle. Danach tat sich die Erde auf, spuckte Feuer und verwandelte den König und seine Familie zu Stein. In manchen Sagen wird noch erzählt, dass der Königs- und Obersee durch das zusammengeflossene Blut der Königsfamilie entstanden sei.

 Erstbesteigung

Die Mittelspitze wurde wahrscheinlich im August 1800 erstmals durch den Slowenen Valentin Stani erstiegen, auch wenn andere Quellen bereits 1799 als Jahr der Erstbesteigung nennen. Wenige Tage nachdem Stani den Gipfel des Großglockners am Tag nach dessen Erstbesteigung erreichte, erkletterte er auch den höchsten Punkt des Watzmanns vom Hocheck her kommend.

Die Südspitze wurde erstmals 1832 von Peter Carl Thurwieser über das Schönfeld bestiegen.

Die erste Überschreitung des Großen Watzmanns (Hocheck, Mittelspitze, Südspitze) wurde 1868 vom Ramsauer Bergführer Johann Grill, dem Kederbacher, und Johann Punz durchgeführt. Diese beiden erreichten auch den Gipfel des Kleinen Watzmanns im Jahr 1852 als erste. Die Watzmann-Ostwand wurde zum ersten Mal 1881 ebenfalls von Johann Grill mit seinem Gast Otto Schück durchstiegen.

 Anstiege  

Der Zugang zur Überschreitung des Watzmannhauptkamms erfolgt meist von Norden, ausgehend vom Ramsauer Ortsteil Wimbachbrücke Parkplatz oder aus der Hinterschönau vom Parkplatz Hammerstiel über das Watzmannhaus (1.928 m). Natürlich kann man diese Tour auch umgekehrt durchführen.

 

 Schwierigkeit

 

Die Überschreitung ist nicht durchgehend mit Drahtseilen abgesichert. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Klettergewandtheit sind daher unbedingt notwendig. Längere Strecken Schwierigkeitsgrad (I), ansonsten Sicherungen. Eines sollte dem Begeher aber bewusst sein: es ist eine sehr lange Tour. Bei Nebel im Geröll des Oberen Schönfeldes schwierige Orientierung.

 Meine Route:  Ramsau (634m)  - Watzmannhaus (1.930m) -  Watzmann (2.713m) - Wimbachtal - Wimbachschloss (950m)

Die Überschreitung des Watzmanngrates, kurz „Watzmannüberschreitung“ genannt ist eine beliebte und eindrucksvolle Gratüberschreitung, die schon lange auf meiner Wunschliste stand. Dabei müssen die drei Gipfel des Hauptkammes, Hocheck (2.651), Watzmann-Mittelspitze (2.713m) und Watzmann-Südspitze (2.712m) überschritten werden. In der Regel wird diese Tour in zwei Tagen absolviert. Am ersten Tag wird vom Talort Ramsau (634m) zum Watzmannhaus (1.930m) aufgestiegen und nach einer Übernachtung dann die Überschreitung durchgeführt. Vom Watzmannhaus geht man zunächst zum Hocheck hinauf, überwindet dann den exponierten und langen Grat, dessen höchste Erhebung die Mittelspitze ist. Ich werde am ersten Tag bis zur Mittelspitze steigen und dort mittels Gipfelbiwak übernachten. Am zweiten Tag steige ich weiter zur Südspitze und runter bis zum Gratende. Der Abstieg erfolgt über einen steilen und steinschlaggefährdeten Pfad, auf dem unterschiedliche alpine Landschaftsformen passiert werden. Über das Wimbachgries, einen großen Schuttstrom gelangt man ins Tal zurück bis hin zum Parkplatz an der Wimbachbrücke in Ramsau.

Anmerkung: Gehzeiten ohne Pause / Angaben sind immer ca.- Werte 

Gehzeiten / Höhenmeter:    Ramsau (634m) - Watzmannhaus (1.930m) 3,00 Std. / 1.296 HM

Gehzeiten / Höhenmeter:

  Watzmannhaus (1.930m) - Hocheck (2.651m)

1,45 Std. / 721 HM

Gehzeiten:   Hocheck (2.651) - Watzmann-Mittelspitze (2.713m) 0,45 Std.
Gehzeiten:   Watzmann-Mittelspitze (2.713m) - Watzmann-Südspitze (2.712m) 1,30 Std.
Gehzeiten / Höhenmeter:   Watzmann-Südspitze (2.712m) - Wimbachgries (1.432m) 3,30 Std. / 1.280 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:   Wimbachgries (1.432m) - Ramsau (634m) 2,30 Std. / 798 HM
Schwierigkeit:  Klettern bis 2. Schwierigkeitsgrad Kondition: hoch

Ausrüstung:

 Grundausrüstung (1) - Klettersteige (2) - Hütte (3) - Helm

Karte:

 Bayrisches Landesvermessungsamt UK 25-1 / Nationalpark Berchtesgaden (1:25.000)

Beste Jahreszeit:  Juli bis Oktober (jedoch nicht nach herbstlichen Schneefällen)

 Mein kleiner Tourenbericht:

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Der Watzmann: Gesehen habe ich dieses Massiv zum ersten Mal Juni 2006 auf einer Tour zum Kärlingerhaus mit anschließender Besteigung des Hausberges, des Viehkogel 2158m am Funtensee im Steinernen Meer. Oft sie auch als eine der schönsten Überschreitungen der Ostalpen gerühmt, daher stand nun die Watzmannüberschreitung auch auf meiner Wunschliste. Nach einer Vorplanung musste dann nur noch das Wetter mitspielen. Die erforderliche Kondition ist vorhanden. Heute war es nun soweit. Leider muss ich diese Tour allein durchsteigen, was mir aber auch eine gewisse Freiheit gibt. Allen Lesern sei aber gesagt: Zu zweit ist es immer sicherer. Bei Stürzen, Verletzungen, Blockaden oder sonstigen Problemen im Berg kann der Partner Hilfe holen. Das sollte bedacht werden.

Anfahrt:  Ab Stuttgart - A 8 (München – Salzburg) bis Ausfahrt Bad Reichenhall – über die B 20 und die B 305 zur Wimbachbrücke (Großparkplatz mit Parkscheinautomat) oder A8, Ausfahrt Traunstein/ Siegsdorf – auf der B 305 (Deutsche Alpenstraße) über Inzell – Schneizlreuth – Schwarzbachwacht – Ramsau/Wimbachbrücke

Ausgangspunkt:

Großer, gebührenpflichtiger Großparkplatz in Ramsau (634m) Ortsteil, Wimbachbrücke wo aber auch mal die Parklätze am Wochenende knapp werden können.

 

Hüttenaufstieg:

Ich habe einen Parkplatz nach kurzer Suche gefunden. Jetzt ziehe ich mich für meine bevorstehende Tour um. Nur nichts vergessen, den Rucksack kontrollieren. Nun suche ich als erstes den Einstieg. An der Brücke sehe ich ein Wanderschild mit Zielen und Zeiten. Das Watzmannhaus ist mit einer Gehzeit von 4 1/4 Stunden angegeben. Ich starte um 14:15 Uhr vom großen Parkplatz Wimbachbrücke (634 m) und nutze südlich eine Brücke über den Wimbach auf den Wanderweg 441. Weiter die Forststraße in südlicher Richtung aufwärts Abzweig nach rechts (beschildert) über Stubenalm, Mitterkaser-Diensthütte, Mitterkaseralm (Sommerwirtschaft) auf 1.410m, weiter den Steig per Serpentinen zur Falzalm schließlich zum Stützpunkt Watzmannhaus (1.930 m). Der Weg ist ideal ausgeschildert. Der einfache Wanderweg durch den Wald ist auch für Familien mit Kindern interessant - ohne Kletterei oder sonstigen Schwierigkeiten kommt man gut am Watzmannhaus (1.930m) an.

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 14:10 Uhr: Start am großen, gebührenpflichtigen Großparkplatz in Ramsau (634m) Ortsteil Wimbachbrücke

 

15:20 Uhr: Der einfache Wanderweg 441 durch den Wald ist auch für Familien mit Kindern leicht zu begehen.

Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Watzmannüberschreitung" zu sehen. 

 

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17:05 Uhr - Das Watzmannhaus

Ohne besondere Anstrengung bin ich oben am Watzmannhaus angekommen. Der Weg ist einfach zu gehen, die Ausschilderung super. Nachdem ich den Waldbereich verlassen habe, wird die Sicht weiter und bei der Hütte, insbesondere Richtung Norden ist schon jetzt die Aussicht beeindruckend. Wie erwartet ist das Watzmannhaus bis unters Dach voll. Viele Tagesgäste. Auf der Terrasse werde ich mein Bergsteigeressen zu mir nehmen, meine Getränke auffüllen und weiter zu Hocheck aufsteigen.

 Info Watzmannhaus: Auf dem Falzköpfl, dem nördlichen Ausläufer des Watzmanns, wurde 1887/88 die erste gemauerte Hütte erstellt. Das Watzmannhaus liegt im Zentrum des Nationalparks Berchtesgaden und ist der Watzmann-Stützpunkt, egal ob ganz einfach für einen Hüttenbesuch, die Ersteigung von Hocheck und Mittelspitze oder für die anspruchsvolle Watzmannüberschreitung. Die Hütte wird kinderfreundlich geführt, und die westseitige Umgebung ist ein toller Spielplatz. Sie ist im Sommer bewirtschaftet, im Winter steht ein Winterraum zur Verfügung.

Ausstattung: 50 Zimmerlager, 162 Matratzenlager, Trockenraum, Gruppenraum (35 Personen), Waschräume/WC Damen/Herren, offener Winterraum (12–15 Lager)

Geschichte: Ursprünglich plante die Alpenvereinssektion Berchtesgaden den Bau einer Hütte am Watzmann, nachdem sie mehrere Wege angelegt hatte. Allerdings reichten die Finanzen nicht aus und so baute die Sektion München, der es bis heute gehört, unter Führung von Franz Schilcher das Watzmannhaus. Der Italiener Raspamonti führte die Arbeiten im Rekordtempo aus und schon 1888 konnte nach zweijähriger Bauzeit das Schutzhaus auf dem Falzköpfl eröffnet werden. Es steht steinschlag- und lawinensicher, allerdings ist es wegen der freien Lage stark den Witterungsverhältnissen ausgesetzt. Johann Grill (Kederbacher) war als erster Hüttenwirt 22 Jahre auf dem Watzmannhaus. Ab 1925 bewirtschaftete die Familie Strobl-Bitterling das Haus über drei Generationen (E. Sprick-Strobl, G. und A. Bitterling, R. Bitterling) bis 1984 insgesamt 60 Jahre lang. Der große Andrang war von Anfang an deutlich und so musste von 1908 bis 1911 ein größerer Neubau errichtet werden. Er gab der Hütte ihr heutiges Aussehen, im Übrigen zählt es mit bis zu 8.000 Übernachtungen jährlich zu den meistbesuchten Berghütten des Alpenvereins. Ein Problem ist die Wasserknappheit, welche im Rekordsommer 2003 fast chaotische Zustände verursachte. Um die Situation zu verbessern, wurde das Haus 2006 auf den neuesten Stand der Umwelttechnik gebracht. Nun existieren Trinkwassertanks und eine umweltschonende Energierver- und Abwasserentsorgung.

 Watzmannhaus gesehen beim Aufstieg zum Hocheck

18:15 Uhr: Watzmannhaus - Hocheck:  Aufbruch Watzmannhaus (1.930m) zum Hocheck. Auf deutlich erkennbarem, unkomplizierten und markierten Steig von der Hütte hinauf zum ersten Gipfel, dem Hocheck (2.651m). Im Ganzen sind fast immer Trittspuren gut sichtbar und leicht zu finden. Zuerst vom Watzmannhaus kurz in eine Senke absteigen (Bild oben) und weiter auf dem Weg in Richtung Hocheck zu den ersten Versicherungen (sog. Hochecksteig - A). Nun wieder leichte Gehstrecke bis kurz vor den Hocheck-Gipfel, der Gipfel wird in kurzer, sehr leichter Kletterei erreicht (Stellen max. 1-). Ich habe auch hier Personen in Turnschuhen gesehen, welche auch nicht so recht wussten wie man hier vorwärts kommt bzw. wo der Abstiegsweg verläuft.

 20:00 Uhr - Oben am Hocheck auf 2.651 Metern angekommen genieße ich kurz die schöne Aussicht. Zeit habe ich nicht zum verweilen. Nach einem Gipfelfoto, welche zwei Bergkameraden machten und ein paar Worten, begab ich mich am Hocheckbiwak vorbei - weiter nach Süden zur Mittelspitze. Um dort auch sicher anzukommen, muss ich diesen Punkt vor Sonnenuntergang gegen 21:00 Uhr erreichen.

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20:30 Uhr - (Bild unten links) Vom Watzmann-Hocheck gehe ich nun weiter südlich dann den Grat entlang, teilweise ist dieser mit Drahtseilen versichert, teilweise markiert, immer in regelmäßigem Auf und Ab in leichter Kletterei zum Gipfel der Watzmann-Mittelspitze (2.713 m).

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20:30 Uhr: Blick vom Watzmann-Hocheck (2.651m) rüber zur Watzmann-Mittelspitze (2.713m)

 

21:05 Uhr: Allein und etwas aus der Puste auf der Watzmann-Mittelspitze (2.713m)

Hocheck - Watzmann Mittelspitze: An der Hocheck Biwakhütte auf 2.651m lege ich meinen Klettergurt und mein Klettersteigset an und folge dem Zackengrat (Schwierigkeitsgrat A/B und A), teilweise aber auch kurz ungesichert, bis zu einer markanten breiten Platte. Über diese geht es aufwärts, dann kurz ungesichert bis zu einem Gratstück westlich vom Hauptgrat im Bereich eines Felsenfensters, über das ich kurz absteigen muss. Danach erreiche ich ein Rampensystem (A in der Mitte kurz B) das mich schließlich hinauf zur Watzmann-Mittelspitze und damit zum heutigen Etappenziel führt. 

Sonnenuntergangsstimmung auf der Watzmann-Mittelspitze

21:10 Uhr - Watzmann Mittelspitze: (Bild oben) Ein herrlicher Sonnenuntergang belohnt mich für den Aufstieg von 2.079 Höhenmetern ab Ramsau bis hier zur Watzmann-Mittelspitze. Das Auf und Ab ist nicht mit eingerechnet. Ein beeindruckendes Bild, dieser leuchtende Himmel hinter dem Hochkalter (2.607 m). Ich suche mir schnell einen geeigneten Schlafplatz und bereite mich auf die Übernachtung vor. Ein Weitermarsch wäre auch mit Stirnlampe nicht mehr machbar. Isomatte und Schlafsack werden mit Karabinern und Bandschlingen gesichert. Dann gurte ich mich selbst an, denn neben der Matte geht es gleich steil hinab. Ein kleiner Snack zum Abend, etwas heißen Tee aus dem Watzmannhaus und nun den Sonnenuntergang bis zur vollkommenen Dunkelheit genießen. - Gute Nacht. 

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27.07.2009 - 06:30 Uhr - Guten Morgen: Auf dem linken Bild sehe ich nun den restlichen Weg bis zur Watzmann-Südspitze mit ihrer berühmten 1.800 Meter hohen Ostwand. Ich bin um 05:30 Uhr aufgestanden und hatte gleich einen wunderbaren Sonnenaufgang auf der Watzmann-Mittelspitze erleben dürfen. Die Nacht auf 2.700 Metern war sternenklar aber auch sehr windig und damit auch kalt. Geschlafen habe ich trotzdem. Leider musste ich morgens feststellen, dass das Trinkventil meines Wassersystems abgerissen und der gesamte Inhalt weg ist. Zum Glück habe ich eine kleine Reserve von 0,5 Litern im Rucksack. Für die Strecke bis zur Wimbachgrieshütte recht wenig.

07:00 Uhr Mittelspitze - Südspitze: Vom Gipfel der Watzmann-Mittelspitze geht zuerst kurz westlich, dann gleich wieder südlich am luftigen Grat entlang (Schwierigkeitsskala A und B), abklettern, bis ich dann westlich nach einer Rinne (A) wieder flacheres Gelände erreiche. Oft gehe ich immer oben am Grat weiter, bis man wieder vorsichtig im Zickzack ein ausgesetztes ungesichertes Band absteigen muss.

 

weiter nach Ramsau

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Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Watzmannüberschreitung" zu sehen. 

Danach weiter hinunter (A – B) bis man in eine Scharte vor einem zackigen, gelben Aufschwung gelangt. Dieser schroffe Gratteil wird westlich umgangen und man erreicht auf Bändern dann wieder den Grat (zuletzt A). Einen Block westlich umgehen (A), dann wieder absteigen (A) und ungesichert (westl. vom Hauptgrat) weiter in eine Scharte (zuletzt A). Im Bereich des Grates (A) bzw. östlich davon auf den Gipfelblock zu (A/B). Der Gipfelblock wird westseitig (A und eine letzte kurze Stelle B) erstiegen und ich stehe auf der Südspitze auf 2.712 Metern (Bild unten rechts). Um 08:10 Uhr komme ich auf diesem letzten Gipfel an. An der Ostseite zieht sich unten der Königssee entlang. Er versteckt sich in Nebelschwaden.

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Mittelspitze mit Blick auf den Königssee

 Info - Ostwand der Watzmann-Südspitze:

Die Watzmann-Ostwand der Watzmann-Südspitze, auch Bartholomäwand genannt, ist eine der berühmtesten und bekanntesten Felswände der Alpen. Ob ihr auch das Prädikat der höchsten Ostalpenwand gebührt, war lange umstritten. Die Watzmann-Ostwand übertrifft mit ihrer Wandhöhe von etwa 1800 m auch alle weiteren hohen Wände der Ostalpen: Die Nordwand des Triglav (2864 m) in den Julischen Alpen (ca. 1500 Meter Wandhöhe), die Südwand des Birnhorns (2634 m) in den Leoganger Steinbergen (ca. 1400 bis 1500 Meter Wandhöhe) und die Nordwand des Hochstadels (2680 m) in den Lienzer Dolomiten (ca. 1300 bis 1400 Meter Wandhöhe). Die Watzmann-Ostwand ist somit die höchste Steil- oder Felswand der Ostalpen. Höher sind nur deutlich weniger steile Flanken wie beispielsweise die Ostflanke des Wiesbachhorns mit 2400 Metern. Seit der Erstdurchsteigung 1881 durch Johann Grill, den „Kederbacher“, und den von ihm geführten Wiener Alpinisten Otto Schück fanden hier schon 99 Menschen den Tod. Das sind mehr Todesopfer als bei der Eiger-Nordwand – allerdings kommen auch viel mehr Bergsteiger hierher, oft ohne die nötigen Fähigkeiten, und versuchen sich am Watzmann, daher die größere Unfallrate.

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09:00 Uhr: Von der Watzmann-Südspitze 2.712m absteigen auf markiertem Steig vorsichtig wegen der Steilheit und dem Geröll..........

 

12:00 Uhr: .....am Ende dann durch ein rutschiges steiles Bachbett ins Wimbachgrieß absteigen und weiter zur Wimbachgrieshütte runter auf 1.327 Meter.

Der Abstieg:

Um 09:00 Uhr beginne ich auf der Südspitze den Abstieg hinunter zum Wimbachgries - zuerst auf dem Grat in eine Scharte, dann durch eine Schlucht auf ein Schuttfeld. Danach weiter über eine neuerliche Steilstufe auf ein Wiesenstück, nach diesem folgt eine ungute Sandrinne. Vor der letzten Steilstufe gibt es eine längere Querung, kurz aber auch ansteigend, danach erneut eine Rinne (Kette) in einem Latschenfeld. Querend und absteigend erreiche ich schlussendlich das große Schuttfeld. Hier ist nun auch das Wegschild zur Südspitze zu finden für Bergfreunde die von hier aufsteigen möchten. Auf der gesamten Abstiegstour, bis fast runter ins Wimbachtal sollte man den Helm wegen erhöhter Steinschlaggefahr (nachfolgende Kletterer) aufbehalten. Abstieg (markiert, ganz leichte Kletterstellen bzw. tlw. versichert A): Ich habe das Wimbachtal erreicht. Jetzt beginnt der Weg zurück nach Norden durch das landschaftlich sehr schöne Tal. Um 11:15 Uhr habe ich endlich eine Wasserstelle gefunden. Meine Notreserve habe ich aufgebraucht. Hier kann ich nun Wasser auffüllen.

 Info - Wimbachtal:

Das Wimbachtal ist ein mehr als 10 km langes Hochtal der Berchtesgadener Alpen von großer landschaftlicher Schönheit im Zentrum des Nationalparks Berchtesgaden in der Gemeinde Ramsau (634m). Zwischen Watzmann im Osten und Hochkalter (2.607 m) im Westen gelegen nimmt das Tal in seinem oberen Bereich eine süd-östliche Richtung an und wird vom Pass Trischübel (1.774 m) zwischen Watzmann und Steinernem Meer abgeschlossen. Charakteristisch für das Wimbachtal sind die riesigen Schuttströme, nach denen das Tal auch mit Wimbachgries bezeichnet wird. Im Bereich des Talschlusses sind sie gut 1,5 km breit. Das Verwitterungsmaterial zieht aus dem Gebiet der Palfelhörner herunter. Der Schutt ist unmerklich, aber unter dem Einfluss der Schwerkraft ständig in Bewegung. Nach Starkregenfällen können auch größere Materialverfrachtungen beobachtet werden.

Das Wimbachtal entwässert über den Namensgebenden Wimbach. Die Wimbachgrieshütte (1.327 m), ist eine in der Sommersaison voll bewirtschaftete private Naturfreundehütte (Übernachtungsmöglichkeit aber keine Ermäßigung für Alpenvereinsmitglieder). Die Hütte bietet sich auch als Stützpunkt für Watzmann-Touren an (der Abstieg von der Watzmann-Südspitze führt nach einer Watzmannüberschreitung (diese Tour) oder einem Ostwanddurchstieg ins Wimbachgries).

Der idyllische Wimbach

Unten im Tal angekommen gehe ich weiter, den Steinmandl folgend bis zur Wimbachgrieshütte. Dort um 12:00 Uhr angekommen gibt es erst einmal ein Mittagessen, meine Getränke werden aufgefüllt. Nach einer Stunde setze ich meinen Marsch weiter nach Norden zum Endpunkt Ramsau fort. Dabei komme ich am Wimbachschloss (950m) vorbei. Hier ist es von Menschen überlaufen. Einen Haferl Kaffee gönne ich mir trotzdem. Weiter den Rest  bis zur Wimbachbrücke in Ramsau wo ich auch um 15:15 Uhr ankomme. Hier endet ein phantastisches Bergerlebnis in einer sehr reizvollen Landschaft. 

 Fazit:

Bei gutem Wetter eine sehr empfehlenswerte Tour mit unvergesslichen Tiefblicken. Großartige Überschreitung die technische im unteren Bereich angesiedelt, jedoch Bergerfahrung, beste Kondition und stabiles Wetter erfordern. Die Überschreitung ist nicht durchgehend mit Drahtseilen abgesichert. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und etwas Klettergewandtheit sind daher unbedingt notwendig. Längere Strecken Schwierigkeitsgrad (I), ansonsten Sicherungen. Eines sollte dem Begeher aber bewusst sein: es ist eine sehr lange Tour, gerade deshalb wird sie aber auch zum unvergesslichen Erlebnis. Bei Nebel im Geröll des Oberen Schönfeldes schwierige Orientierung.

 Weitere Fotos dieser Tour sind in meiner Galerie "Watzmannüberschreitung" zu sehen. 

 meine weiteren Touren in den Berchtesgadener Alpen


     

 St. Bartholomä                     Deutscher Alpenverein      

             Alpen-Nationalpark-Berchtesgarden          

            Schönau am Königssee         

 nach Ramsau

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